17.07.2025

Ausgeschlafen und zufrieden kletterte ich aus dem Zelt und setzte Wasser für meinen Morgenkaffee auf.

Gute 30 Kilometer trennten mich heute von White Pass, meinem Ziel für den Tag – und vom nächsten Re-Supply-Paket.

White Pass liegt an einem Highway und bietet ein wenig zivilisierten Komfort: einen Tankstellen-Shop mit Dusche und Wäscherei, eine teure Lodge und einen Campingplatz direkt am See.

Aber zurück zum Anfang des Tages.

Ich war schneller unterwegs als geplant und hatte dadurch zu viele Trekking Meals dabei. Also gab es eines davon schon mittags – cold soaked.

Um 6:30 Uhr steppte ich los und erhaschte sofort einen Blick auf den Mt. Rainier.

Ich dachte, ich würde ihn heute nicht mehr sehen.

Ansonsten begrüßte mich der Trail mit ein zwei umgefallenen Bäumen und einem leichten Anstieg.

Neben dem Mt. Rainier wurde der Vulkan Mount St. Helens dominant am Horizont.

Also hatte ich für ein paar Kilometer zwei Berg-Begleiter.

Die Kälte des Morgens war verflogen und ich konnte die Jacke ausziehen.
Möglicherweise lag es aber auch daran, dass ich ständig über umgestürzte Bäume klettern musste.

... mit Aussicht.

Viel Abwechslung gab es heute nicht. Nach der Reizüberflutung von gestern tat das jedoch gut. Und trotz allem- es war wunderschön.

Ein bisschen Overgrown, ein bisschen Wald und nasse Füße nach einem CreekCrossing.

Zwischendurch machte ich Pause auf einem Baumstamm am Fluss und gönnte mir eine Tüte Chips.

Es war erst 10 Uhr, aber es fühlte sich an, als wäre es schon deutlich später.

Gleichzeitig war es ein gutes Gefühl, dass ich schon 12 Kilometer geschafft hatte. Je früher ich White Pass erreichen würde, desto besser – so blieb genügend Zeit für Waschen, Duschen und Re-Supply Paket sortieren.

Der Weg führte an zahlreichen Seen vorbei – oder besser gesagt an Ponds. Eigentlich war ich davon ausgegangen, heute keine Wassersorgen zu haben. Doch die Tümpel wirkten wenig appetitlich, und fließende Gewässer sind mir beim Filtern einfach lieber.

Gegen 13:00 Uhr und ca. 8,5 km vor White Pass bekam ich Hunger und wollte mich für mein Lunch niederlassen.

Leider waren die Moskitos auch heute wieder extrem nervig. Entspanntes Sitzen am See? Keine Chance.

Ein Baumstamm am Wegesrand sah zwar einladend aus, aber kaum hatte ich mich gesetzt, wurde ich sofort belagert.

Es nützte nichts und es wurde gefühlt die kürzeste Lunch Pause EVER.

Der Nachtisch wurden im Gehen verspeist.

Ab hier - und auch schon vorher - ging es nur noch bergab. Weitere See, wo ich nicht draus filtern wollte, folgten und ich hielt einfach aus.

Soweit ist es ja auch nicht mehr ... außerdem hatte ich noch gut 500ml und das sollte reichen.

Es wurde wieder waldiger, und die Bäume dominierten die Landschaft.
Ich merkte, dass ich etwas schneller ging – kein Wunder, mit der Dusche im Hinterkopf, die auf mich wartete.

Um 14:45 Uhr erreichte ich – endlich – den nördlichen PCT-Trailhead am White Pass.

Und ja, ich hatte Durst. Es war auch recht warm hier, aber besser als Regenwetter.

Ich orientierte mich und ging bis zum Highway. 

Ich wusste, dass ich von dort noch etwa eine Meile bis zum Shop hatte – und so war es auch.

Einige Autos fuhren an mir vorbei, doch ich hielt es nicht für nötig, die kurze Strecke zu trampen.

Die Tankstelle rückte in Sichtweite, und ich konnte entspannt gehen – noch genug Zeit, bis er seine Türen für heute schloss.

Die beiden Damen an der Kasse waren freundlich und halfen mir bei allem, was ich brauchte: Dusche, Wäsche waschen, Re-Supply-Paket und so weiter.

Und das ungenervt. 

Sie zeigten mir auch, wo die Hiker sich aufhielten. Hinter dem Shop standen Tische mit Sonnenschutz, dahinter war eine große Zeltfläche – komplett leer.

Zurück im Shop griff ich zu den Hafer-Protein-Cookies, die ich das erste Mal in Skykomish in einem Café entdeckt hatte. Ich war richtig happy – sie schmeckten fantastisch und hatten jede Menge Kalorien 😅.

Während meine Wäsche in einem Nebenraum der Kasse wusch, holte ich mir den Schlüssel für die Dusche, welche ein paar Meter vom Shop entfernt war - ein Handtuch gab es auch.

Shampoo, Duschgel & Co waren alles vorhanden und ich freute mich tierisch auf das heiße Nass von oben.

Erfrischt und richtig happy ging ich zurück zu meinem Rucksack und verstaute den Inhalt meines Re-Supply-Pakets im Bärenkanister.

Das dauerte immer eine kleine Weile.

Leider hatte der Shop nicht wirklich was Essbares für meine Ernährungsweise und so gab es eine Tüte Erdnüsse, einen Protein Cookie und VIEL Wasser zu trinken.

Es war noch ein weiterer Hiker anwesend, der seit zwei Tagen hier gestrandet war. Er hatte sich verletzt und kurierte sich aus, während er auf einen Freund wartete, mit dem er weiterlaufen wollte.

Irgendwie wirkte er auf mich etwas lost – vor ihm stand ein Sixpack Bier.

Ich fand keinen Draht zu ihm und baute nach meinem Dinner mein Zelt auf der Fläche auf. Etwas einsam wirkte mein NEMO dabei schon.

Es dämmerte langsam und ich war auch echt müde.

Meinen Bärenkanister nahm ich heute mit ins Zelt, da ich hier keine "gefährlichen" Tiere erwartete.

Um 20:30 Uhr machte ich die Augen zu.

Um 2:30 Uhr wachte ich auf und dachte jemand steht mit einer Taschenlampe vor meinem Zelt - aber es war der Mond.



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Tageskilometer   34,27 km

Gesamtkilometer  628,7 km

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English Version:

Well-rested and content, I crawled out of my tent and put water on for my morning coffee.

Around 30 kilometers separated me from White Pass today—my destination for the day and the location of my next resupply package.

White Pass sits directly on a highway and offers a small dose of civilization: a gas station shop with showers and laundry, an overpriced lodge, and a campground right by the lake.

But first, back to the beginning of the day.

I had been moving faster than expected and was carrying more trekking meals than I actually needed. So one of them was eaten already at lunchtime—cold soaked.

At 6:30 a.m., I stepped onto the trail and was immediately rewarded with a view of Mount Rainier.

I hadn’t thought I would see him again today.Aside from that, the trail welcomed me with a few fallen trees and a gentle climb. Soon, Mount St. Helens joined Mount Rainier on the horizon, the volcano growing more and more dominant.

For a few kilometers, I had two mountain companions walking with me.

The morning chill faded, and I took off my jacket—though that may also have been thanks to the constant climbing over downed trees.…with a view.

There wasn’t much variation today. After yesterday’s sensory overload, that felt comforting. And despite the simplicity, it was undeniably beautiful.

A little overgrown. A lot of forest. Wet feet after a creek crossing.

I took short breaks along the way, sitting on logs by the river and treating myself to a bag of chips.

It was only 10 a.m., yet it felt much later.

Still, it felt good to already have 12 kilometers behind me. The earlier I reached White Pass, the better—leaving enough time for laundry, a shower, and sorting my resupply package.

The trail led past countless lakes—or rather, ponds. I had assumed water wouldn’t be an issue today, but the stagnant pools didn’t look very appealing. I much prefer filtering from flowing water.

Around 1:00 p.m., about 8.5 kilometers before White Pass, hunger set in and I looked for a spot to stop for lunch.

Unfortunately, the mosquitoes were relentless once again. Sitting calmly by a lake? Impossible.

A log by the trail looked promising, but the moment I sat down, I was instantly swarmed.

There was no helping it—it turned into what felt like the shortest lunch break ever.

Dessert was eaten while walking.

From here on—and really even before—the trail went steadily downhill. More lakes I didn’t want to filter from followed, and I simply pushed through.

It wasn’t far anymore… and I still had about 500 ml of water left. That would have to be enough.

The landscape grew more forested again, trees dominating my surroundings. I noticed myself picking up the pace—unsurprising, with the thought of a hot shower waiting for me.

At 2:45 p.m., I finally reached the northern PCT trailhead at White Pass.

And yes—I was thirsty.

It was warm here, but still far better than rain. After orienting myself, I walked toward the highway. I knew the shop was about a mile away, and that proved to be accurate.

Cars passed by, but hitchhiking such a short distance didn’t feel necessary.

When the gas station came into view, I relaxed. There was plenty of time before it closed.

The two women at the counter were friendly and helped me with everything I needed: shower, laundry, resupply package, and more—without the slightest hint of annoyance.

They also showed me where hikers usually stayed. Behind the shop were shaded tables, and beyond them a large tent area—completely empty.

Back inside, I grabbed the oat protein cookies I had first discovered in a café in Skykomish. I was genuinely happy—they tasted fantastic and were packed with calories 😅.

While my laundry ran in a back room near the register, I picked up the key for the shower a few meters away. A towel was provided as well.

Shampoo, shower gel, everything I needed was there—and the hot water felt like pure luxury.

Refreshed and truly happy, I returned to my backpack and began organizing my resupply into the bear canister.

That always takes a little time.

The shop didn’t really offer much that fit my dietary needs, so dinner consisted of a bag of peanuts, a protein cookie, and a lot of water.

One other hiker was around. He had been stuck here for two days due to an injury, resting while waiting for a friend he planned to continue with.

He seemed a bit lost to me. A six-pack of beer stood in front of him.I didn’t feel a connection and, after eating, set up my tent in the open area. My NEMO looked a little lonely out there.

Dusk slowly settled in, and I was exhausted.

I brought my bear canister into the tent with me tonight, as I wasn’t expecting any “dangerous” animals here.

At 8:30 p.m., I closed my eyes.

At 2:30 a.m., I woke up, convinced someone was standing outside my tent with a flashlight.It was only the moon.


Daily distance: 34.27 km

Total distance: 628.7 km

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