16.07.2025

Auch heute drehte sich wieder alles um den Mt. Rainier 🤍
Es war der letzte Tag, an dem er mich begleitet hat.

Sollte euch der Berg langweilen, dann lest lieber nicht weiter …


BurnZone, 5:30 Uhr – ein traumhafter Sonnenaufgang. Es soll ja auch Vorteile haben zwischen kalten Baumstämmen zu schlafen.

Mein Zeltnachbar Todd war schon wach und packte seine Sachen. Als Section Hiker war er Richtung Norden unterwegs – unsere Wege trennten sich heute wieder.

Nach dem Frühstück ging es weiter – ein paar Kilometer Burn Zone warteten noch auf mich.

Mit dem Mt Rainier im Hintergrund ging allerdings alles leichter - auch bergauf.

Zwischendurch gab es immer wieder kurze Abschnitte, die nicht verbrannt waren – meistens Tannen.

Es ist schon spannend zu sehen, wie sich das Feuer manchmal seinen Weg gebahnt hat.

Es ging wieder hoch und runter - mal steiler mal angenehmer.

Ich sah Hufspuren auf dem Boden und hörte Geräusche um mich herum – das passende Tier bekam ich jedoch nicht zu Gesicht.

Die Sonne kletterte langsam höher, der Schatten verschwand -  es wurde sofort spĂĽrbar wärmer. 

Bald zog ich meine Jacke aus.

Langsam ging mein Wasser zur Neige. Die nächste Quelle ließ noch etwas auf sich warten, doch ich schaffte es ohne größere Dehydrierung.

Ich passierte den Basin Lake, welcher durch einen Side Trail zu erreichen wäre. Auch eine Wasserquelle, aber jetzt hatte ich erstmal wieder genug.

Ein etwas langgezogener Weg wĂĽrde zum Scout Pass hoch ...

Je näher ich dem Pass kam, desto stärker wurde dieses leise Gefühl, dass mich oben eine ganz besondere Aussicht erwarten würde.

Und so war es auch …

Der Mt. Rainier, in seiner ganzen Pracht, strahlte mich wolkenlos an.

Weder Bilder noch Worte können diesem Anblick gerecht werden.

Ich stellte meinen Rucksack ab und gönnte mir um 10 Uhr eine längere Pause.

Aus Neugier sah ich nach dem Empfang meines Handys – und tatsächlich, hier oben am Scout Pass, mit Blick auf den Berg, hatte ich vollen Ausschlag.

Ich nutzte diesen Moment, um meinen Lieben daheim eine Nachricht zu senden und meine Freude mit ihnen zu teilen.

Und es gab auch Antworten für mich 🤍

Nach ungefähr 40 Minuten ging es für mich weiter. Kein Augenblick bleibt, wie er ist – und schon wartet der nächste.

Der Berg jedoch blieb mir noch eine Weile erhalten.

Ich folgte dem PCT weiter durch das Cement Basin, während sich ein leichtes Auf und Ab des Weges abwechselte.

Nächster Pass gen Norden war der Blue Bell Pass.

Plötzlich sah ich einen weiteren Berg, weit vor mir. Ich orientierte mich, schaute auf die Karte und war mir sicher, dass es der Vulkan Mount St. Helens sein musste.

Heute hätte ich einen Wegweiser für meine Blicke gebraucht, wohin ich zuerst schauen soll – zu viele traumhafte Ausblicke auf einmal.

Ich befand mich auch dem Pickhandle Basin und auch wenn der Mt. Rainier langsam aus der Sicht lief, blieb es einfach traumhaft schön

Kaum hatte ich den Bear Gap hinter mir gelassen, folgte weitere tollen Ausblicke  â€“ meine Augen waren völlig reizĂĽberflutet.

Es ging wieder stetig bergauf und ich lief auf den Sourdough Gap zu.

Es blieb beim WOW und ich lasse einfach weiter die Bilder sprechen.

Es folgte ein paar langgezogene Switchbacks bevor ich ob am Gap ankam.

Oben angekommen begegnete ich einer Wandergruppe aus fünf Frauen. Die Älteste war 70 Jahre alt und feierte ihren Geburtstag mit einem Backpacking-Trip.

Außerdem waren noch zwei Männer dort, die zu einen Dayhike vom nahegelegenen Chinook Pass aufgebrochen waren.

Ich kam mit allen ins Gespräch und erntete bewundernde Blicke, als ich erwähnte, dass mein Startpunkt schon vor Tagen an der kanadischen Grenze gelegen hatte.

Die Gelegenheit nutzte ich, um ein Foto von mir machen zu lassen – mit Blick Richtung Chinook Pass und dem Sheep Lake im Hintergrund.

Am Horizont war wieder der Vulkan Mount St. Helens zu sehen.

Nach einer kurzen, etwa 15-minütigen Snackpause schulterte ich meinen Rucksack und begann den Abstieg. Vor mir lagen 5,5 Kilometer mit rund 380 Höhenmetern bergab.

Es war sehr angenehm zu laufen.

Ab dem Sourdough Gap begegneten mir deutlich mehr Wanderer – der nahegelegene Trailhead mit Parkplatz machte sich bemerkbar.

Auch unten am Sheep Lake standen vereinzelt Zelte zwischen den Bäumen.

Je weiter es bergab ging, desto waldiger wurde der Pfad – was meinem reizüberfluteten System zwischendurch ganz gut tat.

Gegen 14:00 Uhr erreichte ich den Chinook Pass Trailhead Parkplatz und sah eine Schar Menschen und Autos vor mir.


Am Parkplatz nutzte ich noch die Pit Toilet, doch der Anblick war alles andere als einladend. Da bevorzuge ich dann doch lieber ein selbst gegrabenes Cat Hole in der Wildnis zurĂĽck.

AnschlieĂźend ging es ĂĽber den Parkplatz und weiter ĂĽber die BrĂĽcke auf die andere StraĂźenseite, wo sich der PCT fortsetzte.

Auf den nächsten drei bis fĂĽnf Kilometern begegnete ich einigen Tageswanderern, die das gute Wetter nutzten oder während ihres Roadtrips hier vorbeikamen, um sich in der groĂźartigen Landschaft rund um den Mount Rainier Nationalpark die FĂĽĂźe zu vertreten. 

Wer konnte es ihnen ihnen verdenken?

Ich filterte meine Sportflasche mit frischen Wasser vom Wegesrand auf und lieĂź mich weiter treiben.

Es war bereits 15:30 Uhr, als ich merkte, wie müde ich schon war. Der Tag hatte mich ganz schön geschlaucht – wenn auch auf eine positive Art.

Ich erreichte einen See, den Dewey Lake und suchte nach einem Rastplatz.

Vorher war mir ein Hiker-Pärchen begegnet, das den Trail NOBO lief. Sie berichteten von einem See und erwähnten, dass es dort mehrere schöne Zeltplätze gäbe – und sie hatten keineswegs übertrieben.
Es war hier unglaublich idyllisch.

Ich zog sogar noch meine Schuhe und Socken aus, kĂĽhlte meine FĂĽĂźe im See und ĂĽberlegte, wo ich mein Zelt aufschlagen sollte. Es war zwar noch frĂĽh, aber ich konnte mich mit diesem Ort wirklich anfreunden.

Und dann ging es los: MĂĽckenalarm deluxe!

Seit Tagen nicht mehr so schlimm.

NOPE – darauf hatte ich wirklich null Bock. Ich war schneller weg, als ich gucken konnte.

Ein wenig planlos, wo ich heute noch landen werde, lieĂź ich mich einfach treiben.

Ich hatte echt keine Lust, an einem See zu ĂĽbernachten – die MĂĽcken waren hier einfach zu schlimm. Ein Platz mit Wasserquelle wäre aber schon praktisch, da mein Vorrat nämlich zur Neige ging. 

Also lieĂź ich den Anderson Lake links liegen und stieg weiter auf.

Immer wieder erhaschte ich einen Blick auf den Mount Rainier, der fast wie durchsichtig am Horizont erschien.

Es wäre traumhaft gewesen, mein Zelt mit Blick auf den Mount Rainier aufzustellen.

Laut der FarOut-Karte befand ich mich bereits im Nationalpark, allerdings gab es an der Stelle, wo die Grenze verlief, kein Schild oder irgendeinen Hinweis.

In einem Kilometer sollte eine Wasserstelle kommen, und dort wurde auch ein Spot passend fĂĽr ein Zelt ausgewiesen.

Ich war gespannt.

Wasser fand ich - den Spot auch... allerdings ohne Sicht auf den Berg.

Um 18:00 Uhr baute ich mein Zelt an der PCT - Junction American Ridge Trail - auf.

Zum Wasserfiltern musste ich nur 25m den Ridge Trail laufen und ein wenig Sonne zum Laden meiner Powerbank konnte ich auch noch einfangen.

Mücken gab’s hier auch, wenn auch nicht so schlimm wie am See.

Ich bereitete mein Dinner zu und holte währenddessen Wasser.

Meine Schuhe hatten schon bessere Zeiten gesehen, langsam wurde es Zeit für ein neues Paar – allein schon wegen der Blasen, die ich mal wieder hatte.

Um 19:00 Uhr flĂĽchtete ich vor den Fliege-Biestern ins Zelt.

Später am Abend, als es schon dämmerte, hörte ich ein Stapfen neben meinem Zelt, vom Abhang direkt daneben.
Wahrscheinlich ein Reh oder ein anderes Huftier.
Plötzlich wurde es aufgeschreckt und rannte dicht an meinem Zelt vorbei, in welche Richtung auch immer. Ich konnte es noch eine Weile hören, dann war es still.
Ich werde nie erfahren, was das Tier erschreckt hat – aber geschlafen habe ich trotzdem ruhig.


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Tageskilometer   39,51 km

Gesamtkilometer  594,43 km

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English Version:

Even today, everything revolved around Mount Rainier 🤍

It was the last day he would accompany me.If mountains bore you, maybe stop reading here …


BurnZone, 5:30 AM – a breathtaking sunrise. Sleeping between cold logs has its perks, after all.

My tent neighbor, Todd, was already up and packing. As a section hiker, he was heading north – our paths would separate again today.

After breakfast, I continued – a few more kilometers of Burn Zone awaited me.

With Mount Rainier in the background, everything felt a bit easier – even uphill.

Along the way, there were short stretches that hadn’t burned – mostly firs.

It’s fascinating to see how fire carves its path through the landscape.

Up and down again – sometimes steep, sometimes gentle.

I noticed hoofprints on the ground and heard sounds around me – but the animal itself remained out of sight.

The sun climbed higher, the shadows disappeared – it instantly felt warmer.

Soon, I took off my jacket.

My water supply was slowly running low. The next source was still a way off, but I managed without significant dehydration.

I passed Basin Lake, which could be reached via a side trail. Also a water source, but for now I had enough.

A somewhat long trail would lead up to Scout Pass …

The closer I got to the pass, the stronger the quiet feeling that a truly special view awaited me at the top.

And it did …Mount Rainier, in all its glory, shone at me, cloudless and majestic.

Neither pictures nor words could do this view justice.

I set down my backpack and treated myself to a long break at 10 AM.

Out of curiosity, I checked my phone reception – and indeed, here at Scout Pass, with the mountain in view, I had full signal.

I took the moment to send a message to my loved ones and share my joy.

And there were replies waiting for me 🤍

After about 40 minutes, I moved on. No moment stays the same – the next one was already waiting.

The mountain, however, lingered in my sight a while longer.

I followed the PCT through Cement Basin, with gentle ups and downs along the trail.

The next pass north was Blue Bell Pass.Suddenly, I spotted another mountain far ahead. I checked the map and was sure it had to be Mount St. Helens.

Today, I could have used a sign for my eyes – so many stunning views at once.

I was also in Pickhandle Basin, and even though Mount Rainier slowly slipped from view, the scenery remained breathtaking.

As soon as I left Bear Gap behind, more incredible views unfolded – my eyes were completely overstimulated.

The trail climbed steadily again as I approached Sourdough Gap.

It was still WOW, so I’ll just let the pictures speak.

A few long switchbacks later, I arrived at the top of the gap.

At the top, I met a group of five women. The eldest was 70 and celebrating her birthday with a backpacking trip.

There were also two men who had started a day hike from the nearby Chinook Pass.

I chatted with everyone and earned admiring looks when I mentioned that I had started at the Canadian border just a few days ago.

I took the opportunity to have a photo taken of me – with Chinook Pass and Sheep Lake in the background.

In the distance, Mount St. Helens was visible again.

After a short 15-minute snack break, I shouldered my backpack and began the descent – 5.5 kilometers and about 380 meters of downhill.

It was very pleasant walking.

From Sourdough Gap, more hikers appeared – the nearby trailhead and parking area made itself obvious.

Down at Sheep Lake, a few tents were scattered among the trees.

The lower the trail went, the more forested it became – which was a welcome break for my overstimulated system.

By 2 PM, I reached the Chinook Pass trailhead parking lot and found a crowd of people and cars.

I used the pit toilet at the parking lot, though it was far from inviting. I definitely preferred digging a cat hole in the wilderness.

Then I crossed the parking lot and the bridge to the other side of the road, where the PCT continued.

Over the next 3–5 kilometers, I passed a number of day hikers enjoying the good weather or stopping during a road trip to stretch their legs in the stunning Mount Rainier National Park.

Who could blame them?

I filtered fresh water from a roadside stream and let myself drift along the trail.

By 3:30 PM, I realized how tired I already was. The day had taken its toll – but in a good way.

I reached Dewey Lake and searched for a resting spot.Earlier, I had met a NOBO hiker couple who told me about this lake. They mentioned several nice campsites – and they weren’t exaggerating.

The place was incredibly idyllic.I even took off my shoes and socks, cooled my feet in the lake, and thought about where to pitch my tent.

It was still early, but I could really get used to this spot.

And then it happened: mosquito attack!

Worse than anything I’d seen in days.

NOPE – zero interest. 

I moved faster than they could even react.

A little aimless about where I would end up that night, I just let myself drift.

I really didn’t want to camp at a lake – too many mosquitoes. A spot with water would have been useful, though, since my supply was nearly gone.

So I left Anderson Lake behind and continued uphill.

Every now and then, I caught glimpses of Mount Rainier, almost ghostlike on the horizon.

It would have been amazing to pitch my tent with a view of the mountain.

According to the FarOut map, I was already inside the national park – though at the actual boundary there was no sign or marker.

In about a kilometer, a water source appeared, along with a campsite suitable for pitching a tent.

I was curious.I found water – and the spot too… just not with a view of the mountain.

At 6 PM, I set up my tent at the PCT – junction with the American Ridge Trail.

For water filtration, I only had to walk 25 meters along the Ridge Trail. I also managed to catch a bit of sun to charge my power bank.

Mosquitoes were here too, though not as bad as at the lake.

I cooked my dinner and fetched water at the same time.

My shoes had seen better days – it was about time for a new pair, especially because of the blisters I had once again.

By 7 PM, I fled the flying beasts into my tent.


Later that evening, as twilight fell, I heard footsteps next to my tent from the slope just beside me.

Probably a deer, or maybe a larger hoofed animal.

Suddenly, it was startled and ran past my tent, in some unknown direction. I could hear it for a while, then everything was quiet.

I’ll never know what spooked it – but I slept peacefully nonetheless.


Daily Distance: 39.51 km
Total Distance: 594.43 km

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