18.07.2025
Beim Durchsehen der Bilder fiel mir erneut auf, wie schwer mir die Auswahl für den Blog fällt.
Gleichzeitig wurde mir bewusst, dass es an diesem Tag auch zwei drei Situationen gab, die ziemlich gefährlich waren.
Eine Mischung aus Glück und Ruhe hat mich vermutlich vor Schlimmerem bewahrt.
Heute Morgen wartete ich nicht darauf, dass der Shop öffnete.
Es hätte dort ohnehin nichts gegeben, was sich als Frühstück für mich angeboten hätte.
Kaffee hatte ich genug – dazu gab es einen Protein-Cookie.

Um 7:20 Uhr machte ich mich über den Highway auf den Weg zurück zum nördlichen Trailhead des White Pass.
Auf dem Parkplatz standen einige Autos – ein Zeichen dafür, dass Backpacker unterwegs waren.


Zu Beginn ging es mit gut 600 Höhenmetern durch den Wald bergauf, um wieder auf Höhe der Mountains zu gelangen.
Die Goat Rocks Wilderness galt als wunderschön – hatte aber auch den Ruf, dass man dort besser keine Höhenangst haben sollte.


Der PCT wurde stellenweise ziemlich steil, und ich kam gut ins Schnaufen.Mein Rucksack war durch das Re-Supply wieder ordentlich gefüllt – bestimmt zwei Kilogramm schwerer als gestern.


Ich traf auf ein zwei Hiker, die mir entgegen kamen - NOBO Washington Section Hiker. Von denen hatte ich schon einige getroffen.
Die Landschaft wurde offener, und es ging mit „großen“ Schritten auf die Hogback Mountain Ridge zu.



Ich liebe diese Bilder, wo ich in der Ferne den Trail erkennen kann.

Und auch beim Zurückblicken ...

Neun Kilometer lagen hinter mir, und ich war wieder auf knapp 2.000 Metern Höhe angekommen.
Der Trail wurde etwas entspannter, und ich genoss die Aussichten sehr.


Und immer noch war der Mt. Rainier gegenwärtig und ragte am Horizon in den Himmel.



Um 10:00 Uhr machte ich einen kurzen Stopp für einen Snack mit Blick auf DEN Berg.

Aber nicht lange – ich hatte noch einige Kilometer vor mir, wenn ich es bis zu dem Old Snowy Mountain schaffen wollte.
Bis dorthin waren es noch knapp 18 Kilometer - und ich wollte unbedingt auch noch weiter als nur bis dorthin.


Der Trail stieg wieder an – zunächst noch im Switchbackmodus, danach einfach nur steil nach oben.



Man erkennt es kaum, aber hinten im Bild wurde echt STEIL.

Ich schleppte mich also step-by-step nach oben.

Blick zurück - was ich schon geschafft hatte.

... aber es lag noch einiges vor mir - und das war nicht ohne.

Der Wind nahm zu und pfiff mir laut um die Ohren – besonders „spaßig“, wenn man auf einem Ridge unterwegs ist.


Ich erreichte den Elk Pass und blickte auf das, was noch vor mir lag.

Die Aussicht machte einiges wieder gut, aber so richtig wohl fühlte ich mich nicht. Die Gefahr, hier herunterzufallen, war zwar (noch) nicht gegeben, doch der starke Wind trug nicht gerade zum Wohlfühlfaktor bei.
Mir kamen Hiker entgegen, die mir bestätigten, dass der Wind weiter oben ordentlich pustete.
Einer fragte mich, welche Route ich nehmen wolle.
Kurz war ich irritiert, dann fiel mir wieder ein, dass der Old Snowy Mountain ein Side Trail vom PCT ist – eine sog. Alternate Route.
Er erzählte weiter, dass die originale Strecke derzeit sehr gefährlich sei, da dort noch viel Schnee liege, und das direkt am Abhang.
Es sei zwar irgendwie machbar – er hatte es ja offensichtlich selbst geschafft –, aber wirklich wohl sei ihm dabei nicht gewesen.
Innerlich entschied ich mich NICHT auf der original Route zu bleiben, sondern die wilde Abzweigung hoch zum Peak zu nehmen.
Ich bedankte mich und ging weiter.


Es kamen ein zwei Switchback bergab, bevor es wieder anstieg.

Schließlich erreichte ich die Abzweigung zwischen der Originalroute und der Alternate Route. Vom PCT kam mir ein junger Hiker entgegen, der meine Frage, ob der Weg gut zu laufen sei, mit einem Nicken bestätigte. Es gebe zwar zwei Snowfields, meinte er, aber die ließen sich problemlos queren.

Warum auch immer ich davon ausging, dass das die Alternate Route sei, folgte ich dem Weg, von dem der junge Hiker gekommen war.
Dabei wusste ich eigentlich, dass die Alternative mit einer Steigung begann – links von mir.
Trotzdem ging ich weiter, überzeugt davon, auf der "sichereren" Route zu sein.
Dann stand ich plötzlich davor.
Der Trail verschwand unter einem langen Snowfield, das sich schräg zum Abhang hin neigte.

Ich meine ich hatte eine wahnsinnig schönen Blick auf den Packwood Glacier und dem Mt. Rainier im Hintergrund.

Was auf den nächsten 500 Metern folgte, war einfach nur gruselig.
Mit Mäuschenschritten, abgestützt auf meine Trekkingstöcke, tastete ich mich über das erste weiße Feld. Gleichzeitig betete ich, nicht abzurutschen.
Kaum war ich drüben, stieß ich etwa 50 Meter weiter auf das nächste Snowfield.
Spätestens da war mir klar: Das hier war nicht die Alternate Route, sondern die originale PCT-Strecke.
Doch umdrehen wollte ich ebenso wenig.

Auch hier kam ich rüber und danach suchte ich den Trail - fast vergeblich.
Er war quasi weg !
Noch schlimmer als die Schneefelder war das sandige Gestein, was folgte. Jeder Schritt ließ mich ein Stück tiefer den Abhang hinunterrutschen – das Geröll bot kaum Halt.

Mit großer Anstrengung schaffte ich es und freute mich fast auf das letzte kurze Schneefeld vor mir – hier hatte ich wenigstens Grip unter den Schuhen.
Mit leicht zitternden Knien erreichte ich die Junction und setzte zunächst meinen Rucksack ab, um kurz zu verschnaufen und einen Riegel zu essen.

Nach etwa zehn Minuten – es war bereits fast 16:00 Uhr – setzte ich meinen Weg fort.
Leider erwischte ich kurz den falschen Trail, der zu einem echt tollen Campspot führte. Hätte ich noch genug Wasser gehabt, wäre ich vielleicht sogar geblieben.


Plötzlich lag das nächste Schneefeld vor mir. Schlimmer noch: Wer hier ausgerutscht wäre, wäre direkt in einen kleinen See gerutscht.

Ich kam sicher über das Schneefeld, und dahinter verlief der Trail – endlich – wieder entspannter.
Hier traf ich auf einige andere Wanderer, die ihr Zelt vor dem Old Snowy Mountain aufschlugen.
Darunter waren Section Hiker, die den Abschnitt erst am nächsten Tag gehen wollten, aber auch Wochenend-Backpacker, die nur für ein oder zwei Nächte unterwegs waren und den Berg bei Nacht erleben wollten.
Da es hier immer noch kein Wasser gab, ging es für mich weiter.



Ich erreichte eine Junction - Snowgrass Trail -, von der offenbar viele Wochenendausflügler gekommen waren.

Ich grüßte freundlich und setzte meinen Weg sofort fort. Ich wollte zeitnah einen Campspot finden – der Tag heute war aufregend genug gewesen

Gegen 17:00 Uhr bog ich auf einen kleinen Stichweg ab, den FarOut markierte, und entdeckte einen Platz.
Hier hätten locker acht Zelte Platz und ich suchte mir meinen aus.

Obwohl hier keine direkte Wasserquelle war, gingen die Mosquitos auf Angriff.

Ich nahm meinen kleinen Rucksack und machte mich auf den Weg zur Wasserquelle, die etwa 50 Meter hinter mir lag.
Dabei nutzte ich die Gelegenheit, meine Füße zu kühlen.


Zurück am Spot kochte Wasser für mein Dinner.

Plötzlich tauchte eine NOBO-Hikerin auf. Sie suchte ebenfalls einen Platz und fragte, ob sie mir Gesellschaft leisten dürfe. Ich stimmte zu und freute mich darüber.
Wir plauderten eine ganze Weile, und es tat richtig gut.
Sie war in Cascade Locks gestartet und wollte bis White Pass wandern.
Um 19:00 Uhr schlüpfte ich ins Zelt und ließ meine Gedanken schweifen:
Morgen wird sie schon raushiken und ihr Mann holt sie vom Trailhead ab.
Um 19:00 Uhr schlüpfte ich ins Zelt und ließ meine Gedanken schweifen: Cascade Locks – das ist in Oregon!

Zwar sind es noch ein paar Tage, aber dann hätte ich Washington hinter mir.
Irgendwie eine krasse Vorstellung ...
Um 22:45 Uhr wachte ich auf und hatte einen fantastischen Blick auf die Milchstraße ✨

---------------------------------
Tageskilometer 33,01 km
Gesamtkilometer 661,71 km
---------------------------------
English Version:
While going through my photos, I realized again how hard it is for me to choose which ones to use for the blog.
At the same time, I became aware that there had been a couple of situations that day that were quite dangerous.
A mix of luck and calm probably kept me from something worse.
This morning, I didn’t wait for the shop to open.
There wouldn’t have been anything there for breakfast anyway.
I had enough coffee—and a protein cookie for good measure.
At 7:20 AM, I set off along the highway back to the northern trailhead of White Pass.
A few cars were parked there—a sign that backpackers were already on the trail.
At first, the trail climbed about 600 meters through the forest to reach the mountain heights again.
The Goat Rocks Wilderness was known to be beautiful—but also had the reputation that you shouldn’t have a fear of heights here.
The PCT grew quite steep in sections, and I was breathing hard. My pack was well-stocked after resupply—probably about two kilograms heavier than yesterday.
I met a couple of hikers coming toward me—NOBO Washington Section hikers. I had met a few of them already.
The landscape opened up, and I made “big” steps toward the Hogback Mountain Ridge.
I love these shots where you can see the trail stretching off into the distance.
And also when looking back…
Nine kilometers behind me, I was back at almost 2,000 meters elevation.The trail eased a bit, and I really enjoyed the views.
Mt. Rainier was still visible, looming on the horizon.
At 10:00 AM, I stopped briefly for a snack with a view of the mountain.
But not for long—I still had several kilometers to cover if I wanted to reach Old Snowy Mountain.
It was about 18 kilometers away, and I definitely wanted to go further than just that.
The trail climbed again—first in switchbacks, then simply steep straight up.It’s hard to see in the photo, but it got really steep in the back.
Step by step, I dragged myself upward.
Looking back—what I had already accomplished.…but there was still a long way to go—and it wasn’t easy.
The wind picked up and whistled loudly around my ears—especially “fun” when you’re on a ridge.
I reached Elk Pass and looked ahead at what still awaited me.
The view made up for a lot, but I didn’t feel completely safe. The risk of falling wasn’t imminent, but the strong wind didn’t exactly add to my comfort.
Hikers came toward me and confirmed that the wind was really strong further up.
One asked which route I planned to take.
For a moment, I was confused, then I remembered that Old Snowy Mountain is a side trail from the PCT—a so-called alternate route.
He went on to explain that the original route was very dangerous right now, with a lot of snow directly on the slope.
It was technically doable—he had obviously made it—but he hadn’t felt comfortable.Internally, I decided not to stay on the original route but to take the wild spur up to the peak.
I thanked him and continued.
A couple of switchbacks went down before the trail climbed again.
Finally, I reached the junction between the original route and the alternate route. A young hiker coming from the PCT nodded when I asked whether the trail was okay to hike. He said there were two snowfields, but they could be crossed without problem.
For some reason, I assumed that this was the alternate route and followed the trail from which the young hiker had come.
I knew the alternative began with a climb—left of me.
Still, I kept going, convinced I was on the “safer” route.
Then I suddenly came face to face with it.
The trail disappeared under a long snowfield that sloped toward the edge of the ridge.
I think I had an incredibly beautiful view of Packwood Glacier with Mt. Rainier in the background.
What followed over the next 500 meters was simply terrifying.
With tiny, cautious steps, using my trekking poles for support, I crossed the first snowfield—praying I wouldn’t slip.
Barely across, about 50 meters later, I encountered the next snowfield.
By then, it was clear: this was not the alternate route, but the original PCT.
Turning back wasn’t an option.
I made it across and then searched almost in vain for the trail—it was practically gone!
Even worse than the snowfields was the sandy rock that followed. Every step slid me a little down the slope—the scree offered almost no traction.
With great effort, I made it and almost looked forward to the last short snowfield in front of me—at least here I had grip under my shoes.
With slightly trembling knees, I reached the junction and set down my pack to catch my breath and eat a snack.
After about ten minutes—it was almost 4:00 PM—I continued.
I briefly took the wrong trail, which led to a really nice campsite. Had I had enough water, I might have stayed.
Then came the next snowfield. Even worse: slipping here would have sent me straight into a small lake.
I crossed safely, and behind it, the trail finally became more relaxed.
Here, I met a few other hikers who had set up their tents in front of Old Snowy Mountain.
Some were section hikers planning to continue the next day; others were weekend backpackers staying just one or two nights to experience the mountain at night.
Since there was still no water here, I moved on.
I reached a junction—the Snowgrass Trail—where it was clear many weekend hikers had passed through.
I greeted them politely and continued. I wanted to find a campsite soon—the day had been exciting enough.
Around 5:00 PM, I turned onto a small side trail marked in FarOut and found a spot.
There was easily space for eight tents, and I picked mine.
Although there was no immediate water, the mosquitoes were relentless.
I grabbed my small pack and walked to the water source about 50 meters away, taking the chance to cool my feet.
Back at my site, I boiled water for dinner.
Suddenly, a NOBO hiker appeared. She was also looking for a spot and asked if she could join me. I said yes and was happy about the company.
We chatted for a while, and it felt really good.
She had started in Cascade Locks and planned to hike to White Pass.
At 7:00 PM, I crawled into my tent and let my thoughts wander:
Tomorrow, she would hike out, and her husband would pick her up at the trailhead.
Cascade Locks—that’s in Oregon!
A few more days, and I’d have Washington behind me.
Somehow, that’s a pretty crazy thought…
At 10:45 PM, I woke up to a breathtaking view of the Milky Way ✨
Daily distance: 33.01 km
Total distance: 661.71 km