01.08.2025

Heute ging es weiter, auch wenn meine Blasen über Nacht nicht komplett abgeheilt waren. Wahrscheinlich würde das noch Wochen dauern.

Heute führte mich der Trail durch die Mt. Washington Wilderness. Einige Hiker - Stimmen sagten, man könne diesen 25-Kilometer-Abschnitt auch auslassen – für mich kam das allerdings nicht infrage. 

Schwarzes Lavagestein - karge Landschaft: Ich liebe diese Art von Landschaft.


Wir hatten vereinbart, dass mich mein Trail Angel – leider habe ich ihren Namen vergessen – um 8:00 Uhr vor dem Hotel abholt. Vorher frühstückte ich noch und packte meinen Rucksack fertig.

Nach dem Check-out stand mein „Taxi“ um Punkt 8 Uhr bereit.

Wir fuhren die 25 Minuten zurück zum Santiam Pass. Nach einem letzten Foto und einer herzlichen Verabschiedung ließ sie mich direkt am Trailhead raus – bereit für den nächsten Abschnitt.

Ich überquerte den Highway und stand am Santiam Trailhead PCT South.

Das Wetter war traumhaft – noch leicht kühl, aber ideal zum Wandern.

Mein erster Stopp war das Big Lake Youth Camp, rund 7,5 Kilometer entfernt. Dort warteten mein Resupply-Paket und zwei Lieferungen von Amazon auf mich – ein neues AirPods-Case und weiterer Proviant.

An der Abzweigung zum BLYC parkte ein Wohnmobil mit Trail Magic. Einige Hiker ließen sich dort Pancakes mit Erdnussbutter schmecken. Für mich kam das nicht infrage – nach meinem ausgiebigen Hotelfrühstück war ich noch satt.

Es ging über eine Dirt-Road zum Lager.

Am Eingang begrüßte mich eine freundliche Mitarbeiterin und zeigte mir den Weg zum PCT-Haus.

Innen war alles bestens organisiert. Es gab eine kleine Küche mit Kaffee und Tee, eine Dusche, eine Waschmaschine, eine Hiker Box und die gesammelten Pakete, die man sich auf Vertrauensbasis selbst herausnehmen durfte.

Ich entdeckte meine Pakete und begann umzupacken. 

Eine Handvoll Hiker waren ebenfalls dort, darunter auch ein litauisches Pärchen, das ich schon vom Trail kannte.

Mit einem bis obenhin gefüllten Bärenkanister verließ ich das Camp um 11:15 Uhr und folgte einem Cutoff-Trail zurück zum PCT.

Ich betrat die Mt. Washington Wilderness.

Und dann erlebte ich ein Phänomen, das ich noch nie gesehen hatte: Millionen Schmetterlinge tanzten durch die Luft. Sie überquerten den Weg, flogen gegen mich, und ich konnte kaum glauben, wie viele es waren.

Die Schmetterlinge sollten mich auch in den kommenden Tagen weiterhin begleiten und immer wieder überaschen.

Mein Weg führte weiter gen Mt. Washington, in Richtung der Lava Beds – Flächen aus getrockneter Lava, schwarzes Gestein, das von einem früheren Ausbruch stammt.

Der Mt Washington in Oregon ist ein erodierter, etwa 2376 Meter hoher Schildvulkan in der Kaskadenkette. Er entstand vor weniger als einer Million Jahren, war zuletzt vor etwa 1.300 bis 1.350 Jahren aktiv und gilt derzeit als ruhend. Der Berg zeichnet sich durch einen markanten Gipfel aus Lavagestein aus und liegt in der Mount Washington Wilderness Area. 

Quelle Wikipedia

Das Washington Ponds Fire von 2021 hatte in dieser Gegend gewütet und auch hier schwarze, verkohlte Baumstämme hinterlassen.

Im Hintergrund erhoben sich die Vulkane der Three Sisters. Meine Vorfreude auf diese Gegend war riesig – ein Gefühl, das ich nicht oft genug betonen kann.

Vorher wurde es aber doch noch recht Fuß-unfreundlich. Lose Steine bedeckten den Weg, sodass mein Fuß im Schuh ständig hin und her rutschte – eine Qual für meine blasengeplagten Füße und entsprechend schmerzhaft.

Trotzdem genoss ich die Gegen sehr 🖤

Wasser gab es hier übrigens keins.

Mir fiel natürlich der Himmel auf, der sich am Horizont verdunkelte. Die Wolkenformation sah zwar beeindruckend aus, aber ich begann mir Gedanken zu machen, ob sich dort oben ein Gewitter zusammenbraute.

Am McKenzie Pass Trailhead angekommen - was auch gleichzeitig das Ende der Mt. Washington Wilderness und er Oregon Section F bedeutete - freute ich mich über das bereitgestellte Water-Cache für die Hiker. Limonade gab es auch, aber darauf hatte ich gerade keine Lust.

Hier wurde ich erneut von Schmetterlingen „überfallen“, und einer wollte gar nicht mehr wegfliegen.

Irgendwann startete der kleine Flieger doch noch, und ich füllte meine Flaschen mit Wasser auf.

Ich überquerte den McKenzie Highway und stolperte in Section E sowie die Three Sisters Wilderness.

Der Weg blieb zunächst weiterhin von Lava geprägten Steinen übersät, und der Himmel wurde immer dunkler.

Ich ging weiter und ignorierte den angezeigten Campspot am Lava Camp Lake, der auf FarOut für PCTler markiert war.

Stattdessen wollte ich gerne bis zum South Matthieu Lake laufen, wo ich ebenfalls Wasser vorfinden würde.

In die eine Richtung wirkte der Himmel durchaus freundlich, aber in der anderen Richtung begann es bereits bedrohlich zu donnern.

Auch wenn es so aussah, als würde ich mitten in ein Gewitter laufen, hatte ich Glück: Der Trail machte bald eine Rechtskurve, und ich ließ die „bösen“ Wolken links von mir.
Der Donner hallte weiter, doch Regen blieb aus.

Gegen 17:00 Uhr kam ich am South Matthieu Lake an. Ein Schild wies darauf hin, dass die Campingplätze reserviert werden mussten und nicht für PCT-Hiker gedacht waren.

Herrlich ‼️

Ich traf auf ein Pärchen, das ein Permit für den See hatte, und wir kamen ins Gespräch. Sie boten mir an, mich mit auf ihren Spot zu stellen. Er sei groß genug, sodass man sich nicht unbedingt in die Quere käme.

Ich bedankte mich, wollte ihre Zweisamkeit aber nicht stören und beschloss, mich zunächst umzuschauen.

Laut FarOut lagen die nächsten erlaubten Campingplätze 1,5 bzw. 2,5 km entfernt – keine große Entfernung, aber beide Dry.

Ich beschloss, hierzubleiben und das Risiko einzugehen, dass ein Park-Ranger mich möglicherweise weiterschicken würde.

Ich lief einmal um den See herum und traf ein weiteres Pärchen - Locals- , das bereits ihr Lager aufgeschlagen hatte.

Auch mit ihnen kam ich ins Gespräch – unter anderem über mögliche Kontrollen durch Parkwächter.

Da das Wetter heute nicht besonders gut sei, gingen sie davon aus, dass niemand kommen würde. Außerdem hätte sie tatsächlich noch Platz auf ihrem Permit, da zwei Freunde abgesprungen seien. Ich könnte mich einfach zu ihnen stellen.

Ich nahm das Angebot an und richtete mich ein.

Nachdem mein Zelt stand, ging ich zuerst zum See – ich musste dringend meine Beine und Füße waschen.

Zurück am Zelt bereite ich mein Dinner zu und genoss es wieder draußen zu sein.

Es war leicht windig, und durch die dichte Wolkendecke wurde es bereits dunkler.

Ich kletterte ins Zelt, versorgte meine Füße und legte mich anschließend schlafen.

Kurz ließ sich die Sonne draußen noch blicken, dann färbte sie den Himmel in ein intensives, wunderschönes Abendrot.

Mitten in der Nacht konnte ich es mir nicht nehmen lassen, in den Sternenhimmel zu schauen.


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Tageskilometer   33,78 km

Gesamtkilometer 1136,3 km

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Englisch Version:

I continued hiking today, even though my blisters hadn’t fully healed overnight. Honestly, they probably wouldn’t be ready for weeks.

The trail led me through the Mount Washington Wilderness. Some hikers had suggested skipping this 25-kilometer section — but for me, that was never an option. 

Black lava rock and rugged, barren landscapes? This is exactly the kind of terrain I love.

I had arranged for my trail angel — whose name I sadly forgot — to pick me up at the hotel at 8:00 a.m. I had a quick breakfast and packed my backpack before check-out.

Right on time, she was waiting outside. We drove back to Santiam Pass in about 25 minutes, and after a last photo and warm farewells, I was dropped off directly at the trailhead. 

Ready to go.

Crossing the highway, I stood at the Santiam Trailhead PCT South. The morning air was still a little crisp, but perfect for hiking.

My first stop was Big Lake Youth Camp, roughly 7.5 kilometers in. Waiting for me were my resupply package and two Amazon deliveries — a new AirPods case and some extra food.

At the junction to the BLYC, an RV with trail magic caught my eye. A few hikers were enjoying pancakes with peanut butter, but I was still full from my hotel breakfast.

The camp itself was perfectly organized. A friendly staff member pointed me to the PCT house inside, which had a small kitchen with coffee and tea, a shower, a washer, a hiker box, and all the collected packages available on a trust basis.

I found mine, repacked, and noticed a handful of other hikers around, including a Lithuanian couple I already knew from the trail.

By 11:15 a.m., my bear canister was packed to the brim. I left the camp and followed a cutoff trail back to the PCT, stepping fully into the Mount Washington Wilderness.

And then it happened — something I had never seen before: millions of butterflies dancing in the air. They fluttered across the trail, sometimes brushing against me, and I couldn’t believe how many there were. 

Over the coming days, these butterflies would continue to appear, always surprising me.

My trail led toward Mount Washington and the Lava Beds — areas of dried lava, black rock left from a previous eruption.

Mount Washington in Oregon is an eroded shield volcano, about 2,376 meters high, part of the Cascade Range. It formed less than a million years ago, was last active around 1,300–1,350 years ago, and is currently dormant. The mountain has a distinctive lava rock peak and is located in the Mount Washington Wilderness Area.

(Source: Wikipedia)

The Washington Ponds Fire of 2021 had swept through this area, leaving behind blackened, charred tree trunks. In the background, the Three Sisters volcanoes came into view. I was beyond excited for this area — a feeling I cannot emphasize enough.

The trail became tricky on my feet. Loose rocks shifted beneath each step, making my blistered feet ache with every move. 

Painful, yes — but still, I loved the scenery.

The sky darkened at the horizon. Beautiful cloud formations, but my mind kept thinking about the possibility of a storm brewing.

Arriving at the McKenzie Pass Trailhead — marking the end of the Mount Washington Wilderness and Oregon Section F — 

I was relieved to see a water cache set up for hikers. There was even lemonade, but I wasn’t in the mood.

Once again, the butterflies were everywhere, one stubbornly refusing to fly off. Eventually, it moved, and I refilled my bottles. 

Crossing the McKenzie Highway, I entered Section E and the Three Sisters Wilderness. The trail remained rocky with lava stones, and the sky continued to darken.

I passed the marked campsite at Lava Camp Lake, which PCT hikers are supposed to use according to FarOut. Instead, I aimed for South Matthieu Lake, where I would find water as well.

The sky in one direction looked calm, but the other rumbled ominously with thunder. Just when it seemed I might walk straight into a storm, the trail curved to the right, leaving the dark clouds to my left. The thunder rolled on, but thankfully no rain fell.

By 5:00 p.m., I reached South Matthieu Lake. A sign reminded me that these campsites were permit-only, not for PCT hikers.

I ran into a couple who had a permit and chatted with them. They offered that I could pitch my tent at their site — it was spacious enough that we wouldn’t get in each other’s way. I thanked them but decided to explore a bit first.

FarOut showed the next permitted sites were 1.5 and 2.5 kilometers away — close, but both dry. I decided to stay, accepting the small risk that a ranger might ask me to move.

Walking around the lake, I met another couple, locals, already camped. We talked about possible ranger checks and the weather. They assured me that the weather wasn’t great, no one would come. There was even space on their permit because two friends had canceled. I could join them.

I accepted, pitched my tent, and then headed straight to the lake to wash my legs and feet — much needed after the day.

Back at the tent, I cooked dinner and enjoyed being outdoors.

 The wind picked up slightly, and the thick cloud cover made it feel darker earlier than usual.

I crawled into the tent, treated my feet, and settled in to sleep. 

Outside, the sun briefly peeked through before painting the sky a deep, vivid red. 

In the middle of the night, I couldn’t resist looking up at the starry sky.


Daily mileage: 33.78 km

Total mileage: 1136.3 km

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