26.07.2025
Heute war ich in der Mt. Hood Wilderness unterwegs. Ein Berg, den ich seit Jahren liebe und den ich schon auf mehreren Roadtrips besucht habe.
Es gibt hier – ähnlich wie am Mt. Rainier – einen Rundweg um den Berg: den Timberline Loop.
Gelaufen bin ich ihn bisher nicht, und ehrlich gesagt steht er auch nicht auf meiner Bucket List. Dafür ist er mir einfach zu kurz👀
Geweckt wurde ich vom Geraschel der NOBOS, die ihre Zelte um kurz vor 4:00 Uhr für den Aufbruch einpackten.
Es war eine wirklich schräge Begegnung – keiner hat mit mir gesprochen, aber auch ich habe das Gespräch nicht offensiv gesucht. Der Älteste von ihnen war offensichtlich ein eingefleischter Backpacker und erzählte von Trails, die er schon gegangen sei, und von all den spektakulären Dingen, die er erlebt hatte – furzen konnte er auch.
Mit den ersten Sonnenstrahlen stand ich auf, trank meinen Kaffee und steppte um 6:15 Uhr los.

Die Wolken hingen noch in den Bäumen und es war frisch.


Heute standen 40 km an, und es ging wild hoch und runter. Der Mt. Hood wird mich den ganzen Tag begleiten, bis ich am Ende des Tages mein Zelt an seinem Fuße aufschlagen werde.





Der erste Stopp folgte an der ersten Wasserquelle. Sorgen um Wasser hatte ich heute keine – zu oft kreuzten kleine Creeks meinen Weg.

Ich kam am Trailhead des Lolo Passes an. Aufgrund der Beliebtheit des Mt. Hood für Tagesausflüge und des Timberline Loops für kurze Backpacking-Trips rechnete ich heute mit deutlich mehr Wanderern. Zusätzlich war Wochenende.



Auf dem PCT-Abschnitt, den ich gerade lief, war kaum jemand unterwegs. In dieser Gegend gibt es viele kurze Trails, die direkt vom Trailhead aus spektakulärer sind als der PCT. Ich will Strecke machen – die Dayhiker wollen heute etwas erleben.

So war auch niemand in der Nähe, als mir der Trail erneut etwas vor die Füße warf. Ein kurzer Versuch, mich abzufangen scheiterte – dann lag ich am Boden.

Keine Ahnung, wie das schon wieder passiert ist, aber scheinbar ist Hinfallen ein Skill von mir.
Zum Glück bleibt es nur bei kleinen Kratzern und vielleicht mal ein blauer Fleck.

Als das Rauschen des Muddy Creek näherkam, war ich ziemlich froh über den stabilen Baumstamm, der mir trockene Füße beim Überqueren bescherte.

An diesem Schild verließ ich den PCT nach links und nahm zum ersten Mal eine Alternate Route zu den Ramona Falls. Ich war schon einmal hier, aber der Wasserfall ist so schön, dass ich ihn mir gerne ein zweites Mal anschaue.


Zusammen mit vielen anderen Menschen bewunderte ich den Wasserfall.

Um 11:15 Uhr setzte ich mich ein wenig Abseits um was zu Essen.


Nach 45 Minuten reichte es mir und ich packte alles wieder zusammen.
Nun wartete mein heutiger „Angstgegner“ auf mich: der Sandy River. Ein kurzer, aber wilder Creek.
Ich ging stark davon aus, dass ich nasse Füße bekommen werde.
Zunächst musste ich jedoch erst einmal den Weg nach unten finden. Beim ersten Mal, als ich hier war, war ich an dieser Stelle kurzzeitig ziemlich lost.

Und genau so kam es dann auch. Erst landete ich auf einem Campspot, von dem es so aussah, als würde dort ein Weg runter zum Creek führen. Tat er aber nicht, also irrte ich erst mal suchend herum.
Auf einmal sah ich den Weg unter mir. Keine Ahnung, wo der plötzlich herkam — aber ich stolperte schon den kleinen Hang hinab und stand wieder auf dem PCT.
Ab hier wiesen mir kleine Steinhaufen den Weg, und so fand ich mich schließlich vor dem Sandy River wieder.


Auf den Bildern wirkt der Fluss harmloser, tatsächlich war die Strömung jedoch stark. Ich wählte eine kurze Stelle zur Querung und bereitete mich mental darauf vor.

Auf der anderen Seite saßen zwei Hiker, einer von ihnen winkte ab und deutete flussaufwärts. Wegen des lauten Creeks konnte ich ihn nicht verstehen, folgte aber seinem Hinweis und ging in diese Richtung.
Dort entdeckte ich einen weiteren Hiker, der den Creek offensichtlich gerade an der empfohlenen Stelle überquert hatte. Und tatsächlich lag dort ein stabil wirkender Baumstamm, der sich perfekt zum Queren eignete.
Dankbar über den Hinweis hüpfte ich über Sandy und meine Schuhe blieben trocken.

Von dort folgte ich dem Fluss wieder abwärts, bis ich zurück auf den Trail kam. Ich bedankte mich noch einmal bei den beiden Hikern, und verschwand ich wieder auf dem Pfad.


Von hier ging es erstmal wieder steil bergauf - und es war wirklich sehr warm.


Ich setzte meine Cappi ab und hängte sie über den InReach am Schultergurt.
Blöderweise hatte ich sie nicht richtig befestigt.
Bis heute frage ich mich, wie ich es nicht merken konnte, dass sie irgendwann runtergefallen ist. 😕
Vll hat mich die Aussicht zu sehr abgelenkt.

Aber ich merkte es und war verwirrt, dass sie fehlte. Ich drehte mich um und hoffte, sie würde ein paar Schritte hinter mir liegen – NOPE.
Also entschloss ich mich umzukehren. Die Cappi lag mir sehr am Herzen. Ich hatte sie letztes Jahr in Lone Pine gekauft und sie auf dem JMT getragen.

Ich fragte zwei Hikerinnen, die mir entgegenkamen, nach der Cappi. Eine von ihnen meinte, sich an eine Mütze erinnern zu können, sagte jedoch, dass das vermutlich schon etwa eine Meile zurückliege.
Nach zwei Kilometern abwärts gab ich traurig auf. Vielleicht hatte sie schon jemand aufgesammelt und in die andere Richtung mitgenommen.
Enttäuscht machte ich mich erneut an den Aufstieg. Sie wird mir fehlen – nicht nur wegen der Erinnerungen, sondern auch, weil sie ein zuverlässiger Sonnenschutz gewesen war.
Oregon hatte es geschafft, innerhalb kurzer Zeit zwei Dinge von mir zu nehmen: mein AirPod-Case und meine Cappi – das kann ja heiter werden.
Ich erreichte die Biegung beim Rushing Water Creek, und die Sonne ballerte mir von oben auf den Kopf.



Eine Lösung musste her und wurde gefunden.

Der Weg ging ständig rauf und runter. Das Wasser rauschte vom Berg herunter, aber vom Mt. Hood sah ich kaum etwas – ich war einfach zu nah dran.


Und dann zeigte sich der Mt. Hood doch.
Es waren übrigens viele Menschen unterwegs – Dayhiker und andere Backpacker. Ich hatte auch ein wenig Angst vor den Massen in der Timberline Lodge, die ich am Ende des Tages erreichen wollte.






Um 16:45 Uhr sah ich endlich die Spitze der Timberline Lodge. Auf dem Weg dorthin war ich an den beiden 5G-Towers vorbeigekommen und hatte vollen Empfang.


Ein PCT Schild erinnerte mich erneut daran, wie weit mein Weg noch nach Mexico ist - aber nicht mehr heute.

Ich ging hinunter zur Lodge und fühlte mich überfordert. Ich wusste nicht so recht, wohin mit mir und was ich hier eigentlich wollte.

Es waren echt viele Menschen hier – Lodge-Gäste, Besucher, Dayhiker.
Und PCT Thru-Hiker! NOBOs!
Eine kleine Gruppe von PCTlern saß im oberen Stock auf den Sesseln. Die meisten hatten ihr Handy in der Hand und luden gleichzeitig ihre Geräte in den Steckdosen neben sich.
Man grüßte sich (ja, sie können es doch 😅), und eine Hikerin gab mir direkt die Infos, wie hier alles läuft.
Das Personal ist sehr hikerfreundlich: Man darf sich aufhalten und seine Geräte aufladen. Im Nebengebäude gibt es eine Hiker Box, und unten findet man eine Pizzeria.
Die meisten hatten ihr Zelt am Trail aufgeschlagen, und dort sei auch noch Platz.
Ich bedankte mich und schlenderte zur Hiker Box. Hier waren aber nur Dosen drin, die ich jetzt nicht mitschleppen wollte. Auch zum Hieressen waren sie für mich ungeeignet, denn ich hatte keinen Dosenöffner dabei.

Nachdem ich im angrenzenden Souvenir Shop keine neue Cappi gefunden hatte, landete ich schließlich in der Ram’s Head Bar, um etwas zu essen.
Die Karte war ziemlich gehoben, aber ich entdeckte einen Salat – frisches Essen fehlt mir auf dem Trail wirklich.


Der Salat war lecker, aber echt viel zu wenig.
Ich ging nach dem Essen zurück auf den Trail, um den Campspot zu finden, von dem mir die Hikerin erzählt hatte.
Ich fand ihn schnell und begann, nach einem geeigneten Platz zu schauen.

Ich schlug mein Zelt auf und bereitete mir noch etwas zu essen. Hungrig schlafen gehen – das mag ich dann doch nicht.


Gegen 19:30 Uhr kehrte ich in die Lodge zurück, um meine Geräte aufzuladen. Ich setzte mich in einen Sessel und während alles lud, erstellte ich einen aktuellen Status für die Außenwelt und genoss die Wärme im Gebäude – draußen war es doch recht frisch.


Gegen 20:45 Uhr ging ich zurück zu meinem Zelt. Es war richtig kalt, und ich freute mich nur darauf, endlich in meinen Schlafsack zu schlüpfen.
Die untergehende Sonne malte mit ihren letzten Strahlen den Berg und den Himmel Rot.


Um 21:10 Uhr war der Tag für mich beendet.
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Tageskilometer 43,41 km
Gesamtkilometer 945,58 km
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Englisch Version:
Today I was out in the Mt. Hood Wilderness. A mountain I’ve loved for years and have visited on several road trips.
There’s a loop around the mountain here – similar to Mt. Rainier – called the Timberline Loop.
I haven’t hiked it yet, and honestly, it’s not on my bucket list. It’s just too short for me 👀.
I was woken up by the rustling of the NOBOs, packing up their tents just before 4:00 a.m. for their early start.
It was a really quirky encounter – nobody spoke to me, but I didn’t initiate a conversation either. The oldest of them was clearly a hardcore backpacker, talking about trails he had done and all the amazing things he’d seen – and yes, he could also fart.
At first light, I got up, drank my coffee, and hit the trail at 6:15 a.m.
Clouds still hung in the trees, and it was fresh out there.
Today was 40 km, and it would be wild ups and downs. Mt. Hood would be with me all day, until I pitched my tent at its base at the end of the day.
The first stop came at the first water source. Water wasn’t a concern today – small creeks crossed my path too often to run dry.
I reached the Lolo Pass trailhead. Given Mt. Hood’s popularity for day trips and the Timberline Loop for short backpacking trips, I expected more hikers today. Plus, it was the weekend.
On the PCT section I was currently hiking, hardly anyone was around. This area has many short trails that start right from the trailhead and are more spectacular than the PCT. I wanted to cover miles – the day hikers wanted experiences.
So, nobody was nearby when the trail decided to throw me down again. A short attempt to catch myself failed – and then I was on the ground.
No idea how it happened again, but apparently falling is a skill of mine.
Luckily, it only ever leads to small scratches and maybe a bruise.
As the Muddy Creek’s rush got closer, I was really glad for the sturdy log that let me cross with dry feet.
At this sign, I left the PCT to the left and took an alternate route to Ramona Falls for the first time. I’d been here before, but the waterfall is so beautiful, I don’t mind a second visit.
Along with many other people, I admired the waterfall.
At 11:15 a.m., I sat a little off the trail to eat something.
After 45 minutes, I had enough and packed everything up again.
Now, my “fear opponent” for the day awaited: the Sandy River.
A short but wild creek.
I was fairly certain I’d get wet feet.
First, I had to find the way down. The first time I’d been here, I had gotten pretty lost at this exact spot.
And that’s exactly what happened. I first landed on a campsite, which looked like it might have a path down to the creek. It didn’t, so I wandered around looking.
Suddenly I saw the trail beneath me. No idea where it had come from, but I stumbled down the little slope and was back on the PCT.
From here, small cairns marked the way, and I finally found myself in front of the Sandy River.
The creek looks harmless in pictures, but the current was strong. I picked a short crossing and mentally prepared myself.
On the other side, two hikers were sitting. One waved me off and pointed upstream. I couldn’t hear him because of the creek, but I followed his direction.
I then saw another hiker who had clearly just crossed the creek at that exact spot. And indeed, a sturdy-looking log lay there, perfect for crossing.
Grateful for the tip, I hopped over Sandy with dry shoes.
From there, I followed the river downstream until I rejoined the trail. I thanked the two hikers again and continued on.
From here, it was steep uphill again – and really warm.
I took off my cap and hung it over my InReach on the shoulder strap.
Unfortunately, I didn’t secure it properly.
To this day, I wonder how I didn’t notice it had fallen 😕.
Maybe the view distracted me too much.
But I noticed it was gone and was confused. I turned around, hoping it would be just a few steps behind me – NOPE.
So, I decided to turn back. That cap meant a lot to me. I’d bought it last year in Lone Pine and had worn it on the JMT.
I asked two hikers I met if they’d seen it. One remembered a hat but said it was probably a mile back.
After two kilometers downhill, I sadly gave up. Maybe someone had already picked it up and carried it in the other direction.
Disappointed, I started climbing again. I’ll miss that cap – not just for the memories, but because it was a reliable sun shield.
Oregon had managed to take two things from me in a short time: my AirPod case and my cap – this was going to be interesting.
I reached the bend at Rushing Water Creek, and the sun was blasting down on my head.
A solution was needed – and I found one.
The trail kept going up and down. Water rushed down the mountain, but I could hardly see Mt. Hood – I was simply too close.
And then, Mt. Hood revealed itself.
There were a lot of people out – day hikers and other backpackers. I was a little worried about the crowds at Timberline Lodge, which I wanted to reach by the end of the day.
At 4:45 p.m., I finally saw the top of Timberline Lodge. On the way, I’d passed the two 5G towers and had full reception.
A PCT sign reminded me how far my journey to Mexico still is – but not today.
I went down to the lodge and felt overwhelmed. I wasn’t quite sure what to do or why I was even here.There were so many people – lodge guests, visitors, day hikers.
And PCT thru-hikers! NOBOs!
A small group sat upstairs in the chairs. Most had their phones in hand, charging devices in the outlets next to them.
We greeted each other (yes, they can do it 😅), and one hiker immediately gave me tips on how everything works here.
The staff are very hiker-friendly: you can hang out and charge your devices. There’s a hiker box in the annex, and a pizzeria downstairs.
Most had pitched their tents on the trail, and there was still space.
I thanked them and wandered over to the hiker box. It only had cans, which I didn’t want to carry. Not suitable to eat there either – no can opener with me.
After failing to find a new cap in the nearby souvenir shop, I ended up at the Ram’s Head Bar for a meal. The menu was upscale, but I found a salad – fresh food is really lacking on the trail.
The salad was tasty, but way too small.
After eating, I headed back to the trail to find the campsite the hiker had told me about.
I found it quickly and started looking for a good spot.
I pitched my tent and made another meal – I can’t sleep hungry.
Around 7:30 p.m., I returned to the lodge to charge my devices. I settled into a chair, posted a status for the outside world while everything charged, and enjoyed the warmth inside – it was pretty chilly outside.
By 8:45 p.m., I returned to my tent. It was cold, and I couldn’t wait to crawl into my sleeping bag.
The last rays of the sun painted the mountain and the sky red.
By 9:10 p.m., the day was officially over for me.
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Daily mileage: 43.41 km
Total mileage: 945.58 km