25.07.2025

Nachdem mich Heather am Post Office rausgelassen hatte und ich dort ein Paket mit Ausrüstung abgegeben hatte, die ich bis zum Donner Pass nicht mehr benötigen würde, machte ich mich zu Fuß auf den Weg zum PCT-Trailhead in Cascade Locks.

Ich fand ziemlich schnell, und kurz darauf war ich wieder im Wald.

Der heutige Anstieg ist quasi das Gegenstück zum Abstieg aus Washington. Cascade Locks ist übrigens der niedrigste Punkt auf dem PCT – gerade einmal 34 - 43 Höhenmeter.

Zunächst verlief der Anstieg noch sanft, doch bald führte der Weg in Switchbacks, über Geröll und durch die Burn Zone des Eagle Creek Fires von 2017 stetig bergauf.

Ab Cascade Locks gibt es eine ziemlich beliebte Alternate Route zum PCT – den Eagle Creek Trail. Er beginnt etwas weiter südlich und stößt an der Indian Spring Junction wieder auf den PCT.

Ich entschied mich bewusst gegen diese Route, da ich den Trail schon 2021 auf einem Roadtrip gelaufen war.

Ich erreichte die BurnZone, die sich insgesamt auf über 50.000 acres erstreckt.

Quelle: https://iafi.org

Heute hatte man während des Anstiegs durch die verbrannten Stämme eine "bessere" Sicht auf den Columbia River.

Fast ganz oben angekommen öffnete sich eine großartige Sicht auf den Mount Adams, der weiterhin in Washington thronte.

Und auch in Oregon gab es Fruits-to-go.

Es wurde ebener und waldiger und meine Beine waren dankbar  – inzwischen war es 12:00 Uhr, und ich war seit drei Stunden unterwegs.

Und dann sah ich diese drei Gefährten auf dem Weg:

Bambi ... Kängurus... man weiß es nicht so genau.

Nach dem kurzen Stück durch den Wald weitete sich die Landschaft wieder, und ich fand mich erneut in der verbrannten Zone wieder.

Hier begrüßt mich der Mt. Hood - ganz ohne Wolken.

Um 14:00 Uhr machte ich auf einem Stein eine Pause. Es war leicht windig, doch der Brocken bot mir Schutz.

Nach etwas 25 min ging ich weiter und genoss einfach die tolle Sicht auf den Mt. Hood.

Mitten auf dem Weg: ein Loch - rechts am Wegesrand. Ich sah es nicht, trat hinein – und schwupps, schon war ich nach vorne gefallen. Mein schwerer Rucksack kannte keine Gnade und drückte mich förmlich nach unten.

Nach ein paar Sekunden rappelte ich mich langsam auf und begutachtete den „Schaden“.

Glücklicherweise war nichts kaputt – nur mein Stolz hatte einen neuen kleinen Kratzer - und ein bisschen Dreck an den Beinen.

Nach ein paar Metern merkte ich, dass mein AirPod-Case nicht mehr in der Hüfttasche war. Die AirPods selbst steckten im Ohr.

Der Reißverschluss der Hüfttasche war leicht geöffnet.

Ich drehte um und suchte alles ab, was ich sehen und erreichen konnte. Leider war der Abhang zu steil, und da ich nirgends ein weißes Case entdecken konnte, überließ ich es der Natur – not happy about it.

Ich erreichte einen Cut-Off-Trail, über den ich den PCT um den Wahtum Lake abkürzen konnte – nicht einmal einen Kilometer.

Ich blieb Purist-like auf dem Original-Trail.

Ob es nun Sinn macht oder nicht, lass ich mal stehen –  die meisten Menschen würden die Sinnhaftigkeit eines Thru-Hikes in Frage stellen 😇

Den See sah ich nur durch die Baumstämme, und einen richtigen Zugang von diesem Teil aus fand ich nicht.

Eine Pause war ohnehin nicht vorgesehen, also ging es nach dem Lake einfach weiter.

Was ich aber dringend brauchte, war Wasser – mein Vorrat war fast aufgebraucht.

Ich setzte meine Hoffnung auf die Junction am Indian Spring, denn laut FarOut-App sollte es dort eine fließende Quelle geben.

An der Junction angekommen, hatte ich kurz die Befürchtung, dass hier doch kein Wasser zu finden sei.

Erst als ich ein Stück den Indian Spring Trail rein ging, entdeckte ich die Quelle – gut versteckt unter Ästen, aber zum Glück zapfbar.

Ich füllte meine Behältnisse komplett auf, denn für die kommenden Campspots gab es keine verlässlichen Wasserangaben. Für das bevorstehende Dry-Campen wollte ich vorbereitet sein. Es war bereits 16:30 Uhr.

Ich folgte dem Trail der auf die Waucoma Ridge hoch führte.

Es ging eine kleine Steigung hoch und "oben" hatte ich drei Berge der der letzte Tage in einer View:

Vulkan Mount St. Helens, Mt. Rainier und den Mt Adams

Was will man mehr zum Ende des ersten Tages in Oregon.

Ein Stück ging es noch über die Ridge, während ich mir mithilfe der FarOut-Koordinaten auf Google Maps den anvisierten Campspot markierte.

Es gab kein Wasser mehr bis zum Camp, und ich war froh, dass ich vom letzten Spot genug mitgenommen hatte.

Gegen 19:00 Uhr erreichte ich mein heutiges Camp und konnte mir auf der großzügigen Fläche einen Platz aussuchen.

Kurz nach mir erschien eine NOBO-Hikerin. Ich begrüßte sie auf Englisch, doch sie reagierte irritiert. Auf meine Frage, wo sie herkommen antwortete sie „Germany“, blieb ansonsten jedoch distanziert. Sie erwähnte lediglich, dass noch sieben weitere Hiker kommen würden.

Sie blickte sich um, offenbar unsicher, ob der Platz für alle reichen würde.

Kurz darauf trafen zwei weitere Hiker ein, dann die nächsten. Anfangs grüßte ich noch, doch schnell bekam ich das Gefühl, hier nicht dazuzugehören.

Eine eingeschweißte NOBO-Tramily, zu der ich nicht gehörte – und das spürte ich deutlich.

Im Endeffekt war es mir auch völlig egal. Morgen würden sich unsere Wege ohnehin wieder trennen, dennoch fand ich dieses Verhalten mehr als merkwürdig … wo es doch immer heißt: „Big PCT Community“!

Es wurde jedenfalls richtig voll, und es ließ sich nicht vermeiden, ihre Gespräche mitzuhören.

Ich wuselte für mich weiter und bereitete mir mein Dinner zu. Beim Check meiner Trekking-Poles bemerkte ich, dass einer verbogen war – offenbar das Resultat eines meiner abgefangenen Stürze 😅

Gegen 20:00 Uhr verschwand ich im Zelt und musste heute mit leicht dreckigen Beinchen in den Schlafsack.



---------------------------------
Tageskilometer   39,28 km
Gesamtkilometer 902,17 km
---------------------------------


Englisch Version:

After Heather dropped me off at the post office, where I mailed a package with gear I wouldn’t need again until Donner Pass. 

I set off on foot toward the PCT trailhead in Cascade Locks.

I found it fairly quickly, and shortly after that I was back in the forest.

Today’s climb is basically the counterpart to the descent out of Washington. Cascade Locks, by the way, is the lowest point on the PCT — only about 34–43 meters above sea level.

At first, the ascent was still gentle, but soon the trail climbed steadily uphill through switchbacks, loose rock, and the burn zone of the 2017 Eagle Creek Fire.

From Cascade Locks, there’s a fairly popular alternate route to the PCT — the Eagle Creek Trail. It starts a bit farther south and reconnects with the PCT at Indian Spring Junction.

I deliberately chose not to take this route, as I had already hiked the trail back in 2021 during a road trip.

I entered the burn zone, which in total covers more than 50,000 acres.

During today’s climb, the burned tree trunks actually offered “better” views of the Columbia River.

Almost at the top, an incredible view opened up toward Mount Adams, still towering over Washington.

And Oregon had its own fruits-to-go as well.

The terrain became flatter and more forested, and my legs were grateful — by then it was noon, and I had been hiking for three hours.

And then I spotted these three companions on the trail:

Bambi… kangaroos… hard to say.

After a short stretch through the forest, the landscape opened up again, and I found myself back in the burn zone.

Here, Mount Hood greeted me — completely cloud-free.

At 2:00 p.m., I took a break on a rock. There was a light breeze, but the boulder offered good shelter.

After about 25 minutes, I continued on, simply enjoying the fantastic views of Mount Hood.

Right in the middle of the trail: a hole — slightly to the right. I didn’t see it, stepped into it, and whoosh — I went flying forward. My heavy backpack showed no mercy and pushed me straight down.

After a few seconds, I slowly got back on my feet and assessed the “damage.”

Luckily, nothing was broken — just my pride with a fresh little scratch and some dirt on my legs.

A few meters later, I realized that my AirPods case was no longer in my hip belt. The AirPods themselves were still in my ears.

The zipper of the hip belt was slightly open.

I turned around and searched everything I could see and reach. Unfortunately, the slope was too steep, and since I couldn’t spot a white case anywhere, I had to leave it to nature — not happy about it.

I reached a cut-off trail that would have shortened the PCT around Wahtum Lake by less than a kilometer.

I stayed purist-like on the original trail.

Whether that makes sense or not — let’s leave that open. Most people would probably question the logic of a thru-hike anyway 😇

I only caught glimpses of the lake through the tree trunks and couldn’t find a proper access point from this section.

A break wasn’t planned anyway, so after the lake I just kept moving.

What I urgently needed, though, was water — my supply was almost gone.

I pinned my hopes on Indian Spring Junction, as the FarOut app indicated there should be a flowing source there.

When I reached the junction, I briefly feared there might be no water after all.

Only after walking a short way down the Indian Spring Trail did I discover the source — well hidden under branches, but thankfully accessible.

I filled up all my containers completely, since there were no reliable water reports for the upcoming campsites. I wanted to be prepared for dry camping. By then, it was already 4:30 p.m.

I followed the trail leading up onto Waucoma Ridge.

After a short climb, I reached the top and had three of the volcanoes from the past few days in one single view:

Mount St. Helens, Mount Rainier, and Mount Adams.

What more could you ask for at the end of the first day in Oregon?

I continued along the ridge for a bit, marking my intended campsite on Google Maps using the FarOut coordinates.

There was no more water until camp, and I was glad I had carried enough from the last source.

At around 7:00 p.m., I reached my campsite for the night and could choose a spot on the fairly large area.

Shortly after, a NOBO hiker arrived. I greeted her in English, but she reacted somewhat irritated. When I asked where she was from, she replied “Germany,” remaining otherwise quite distant.

She only mentioned that seven more hikers would be arriving shortly.

She looked around, seemingly unsure whether there would be enough space for everyone.

Soon after, two more hikers arrived, followed by the rest. I greeted the first few, but quickly got the feeling that I didn’t belong.

A tightly knit NOBO tramily — and I clearly wasn’t part of it.

In the end, I didn’t really care. Our paths would separate again the next day anyway, but I still found the behavior rather strange… especially considering all the talk about the “Big PCT Community.”

The camp got quite crowded, and it was impossible not to overhear their conversations.

I kept to myself and prepared my dinner. While checking my trekking poles, I noticed that one of them was bent — apparently the result of one of my caught falls 😅

Around 8:00 p.m., I disappeared into my tent and had to crawl into my sleeping bag with slightly dirty legs


.---------------------------------

Day mileage      39.28 km

Total mileage   902.17 km

---------------------------------

Kommentare
* Die E-Mail-Adresse wird nicht auf der Website veröffentlicht.