30.07.2025
Hätte, hätte, hätte … Ja, ich hätte gestern noch weiterlaufen können und wäre dem Big Lake Youth Camp einen Schritt näher gekommen - das Gewitter blieb aus.
Die neuen Schuhe waren leider ein Fehlkauf. Zu den Blasen an den Zehen gesellten sich nun auch noch welche an den Hacken – und das erschwerte das Wandern noch mehr.
Der Tag startete mit Kaffee und tierischer Gesellschaft.


Unter einem wolkenverhangenen Himmel machte ich mich an die letzten Meter zum Three Fingered Jack. Sogar leichter Regen war angesagt.


Es fehlten noch gut 300 Höhenmeter, und die ließen sich mit Switchbacks & Co gut laufen.



Schnee gab es hier oben auch wieder.

Hier in der Nähe wäre DER Campspot gewesen, den ich gestern anvisiert hatte – direkt neben einer Wasserquelle. Es war zwar nur ein kleiner Pond, und ich filtere lieber aus fließenden Quellen, aber für eine Nacht wäre es absolut fein gewesen.


Und ja, mein Handy bestätigte, dass es regnete ...



Während der Trail weiter bergab führte, tauchten am Horizont markante Gipfel auf – The Sisters.
Eingebettet in die Three Sisters Wilderness zählt diese Region zu den schönsten Wandergebieten Oregons.
Zahlreiche Dayhikes habe ich hier bereits gemacht, meist mit Bend als Ausgangspunkt.
Der vorderste Peak dürfte aber der Mt. Washington sein.

Als ich mich dem Highway, der U.S. Route 20 am Santiam Pass näherte, war die Entscheidung innerlich längst gefallen: Ich würde nach Sisters trampen.
Meine Füße und meine Schultern brauchten ein Hotelzimmer.
Zwar lag mein nächstes Resupply-Paket nur rund 8 Kilometer entfernt im Big Lake Youth Camp, wo ich eigentlich ein NERO geplant hatte. Doch für meine Gesundheit entschied ich mich für ein sauberes Zimmer mit vier Wänden – statt für eine weitere Nacht im Zelt.


Das Hitchhiken am Santiam Pass gilt als etwas schwieriger – und ja, ich musste 20 Minuten warten.
Witzigerweise hielt schließlich ein Auto aus der entgegengesetzten Richtung an.
Es saßen zwei junge Frauen darin, die bereits an mir vorbeigefahren waren. Sie seien selbst Hikerinnen und hätten extra gewendet, als sie mich gesehen hatten – ich war unglaublich dankbar.

Die Fahrt dauerte etwa 20 Minuten, und die beiden setzten mich am Grocery Store Ray's Food Place ab.

Ich war schon einmal in Sisters – wenn auch nur auf der Durchreise während eines meiner Roadtrips.
Der Ort ist teuer, und so gab es kein Motel unter 100 Euro. Ist, wie es ist – ich buchte mich für eine Nacht im Sisters Inn & Suites ein. Aber zuerst ging ich einkaufen.


Es war erst 11:30 Uhr – eigentlich viel zu früh für den Check-in –, aber ich probierte mein Glück.
Auf dem Weg zum Motel hielt plötzlich eine ältere Dame vor mir an und meinte:
„You are a PCT Thru-Hiker!“
Überrascht bestätigte ich es, und sofort bot sie an, mich überallhin zu fahren. Sie liebe die Thru-Hiker-Szene und unterstütze sie, wo sie nur könne. Ein echter Trail Angel.
Wir tauschten ein paar Worte und vereinbarten, dass sie mich am nächsten Morgen wieder zum Trailhead am Santiam Pass bringen würde.
Auf dieses Glück folgte direkt das nächste: Ich konnte frühzeitig einchecken.


Ich sortierte meine Sachen und brachte meine schmutzige Wäsche zum Waschraum – doch der Washer war „Out of Order“.

Leicht genervt ging ich zurück auf mein Zimmer und suchte nach einem Laundromat im Ort. Also würde ich wohl bei 30 °C dorthin müssen.

Nach der erfrischenden Dusche machte ich mich zu Fuß auf den Weg – obwohl meine Füße eigentlich Ruhe gebraucht hätten.

Zwanzig Minuten später kam ich an. Der Laden machte einen sauberen und gut gepflegten Eindruck – und war auch gut besucht.


Die folgenden zwei Stunden saß ich im Laundromat, während die Maschinen liefen, und nutzte die Zeit, um meinen WhatsApp-Status auf den neuesten Stand zu bringen.
Mit frischer Wäsche im Rucksack schlenderte ich durch den Ort – der sehr touristisch angelegt ist – und fand mich in einem kleinen Outdoor-Laden wieder.

Ich besorgte mir eine neue Gaskartusche für meinen Kocher. Außerdem gab es eine Hiker-Box, aus der ich mir ein oder zwei nützliche Dinge nahm.

Ich entschied mich, nicht zurückzulaufen, und nutzte den kostenlosen Shuttlebus durch den Ort. Theoretisch hätte er mich sogar bis nach Bend gebracht.
Bend ist eine größere Stadt, dort hätte ich auch ein günstigeres Hotel bekommen – trotzdem war ich mit meiner Wahl jetzt zufrieden.

Im Hotelzimmer sortierte ich meine frisch gewaschene Wäsche und packte ein paar Snacktüten für den nächsten Trailabschnitt.


Es war mittlerweile 17:00 Uhr, und ich brauchte mehr zu essen. Über Google Maps entdeckte ich ein Restaurant in der Nähe und bestellte mir etwas To-Go.

Satt und zufrieden ließ ich den Tag ausklingen und bereitete mir vor dem Schlafengehen noch einen Tee zu.

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Tageskilometer 16,21 km
Gesamtkilometer 1102,52 km
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Englisch Version:
Shoulda, woulda, coulda…
Yes, I could have hiked further yesterday and been one step closer to Big Lake Youth Camp – because the thunderstorm never came.
Unfortunately, the new shoes were a bad purchase. In addition to the blisters on my toes, I now had new ones on my heels – making hiking even more difficult.
The day started with coffee and some four-legged company.
Under a cloudy sky, I set off for the last few meters to Three Fingered Jack. Light rain was even forecast.
There were still about 300 meters of elevation to cover, which went well thanks to switchbacks and the like.
There was snow up here again as well.
Nearby was the campsite I had aimed for yesterday – right next to a water source. It was only a small pond, and I usually prefer flowing water, but for one night, it would have been fine.
And yes, my phone confirmed that it was raining…
As the trail descended, distinct peaks appeared on the horizon – The Sisters.
Nestled in the Three Sisters Wilderness, this area is one of Oregon’s most beautiful hiking regions. I’ve already done many day hikes here, usually starting from Bend.
The foremost peak was probably Mt. Washington.
As I approached the highway, U.S. Route 20 at Santiam Pass, my decision was already made: I would hitch to Sisters.
My feet and shoulders needed a hotel room.
My next resupply package was only about 8 km away at Big Lake Youth Camp, where I had originally planned a NERO. But for my health, I chose a clean room with four walls instead of another night in a tent.
Hitchhiking at Santiam Pass is considered somewhat tricky – and yes, I had to wait 20 minutes.
Funny enough, a car eventually stopped coming from the opposite direction.
Inside were two young women who had already passed me. They were hikers themselves and had turned around just to pick me up – I was incredibly grateful.
The ride took about 20 minutes, and they dropped me off at Ray's Food Place grocery store.
I had been to Sisters before – though only passing through on a previous road trip.
The town is expensive, so there wasn’t a motel under 100 euros. That’s just how it is – I booked one night at Sisters Inn & Suites. But first, I went shopping.
It was only 11:30 a.m. – really too early for check-in – but I tried my luck.
On the way to the motel, an older lady suddenly stopped me and said:
“You are a PCT Thru-Hiker!”
Surprised, I confirmed it, and she immediately offered to drive me anywhere I needed. She loved the thru-hiker scene and helped whenever she could – a real trail angel.
We exchanged a few words and agreed that she would bring me back to the Santiam Pass trailhead the next morning.
And right after that good fortune came another: I could check in early.
I sorted my things and took my dirty laundry to the washer – only to find it “Out of Order.”
Slightly annoyed, I went back to my room and looked up a laundromat in town. So I’d have to walk there in 30°C heat.
After a refreshing shower, I set off on foot – even though my feet really needed rest.
Twenty minutes later, I arrived. The laundromat was clean and well-maintained – though quite busy.
I spent the next two hours there while the machines ran and used the time to update my WhatsApp status.
With fresh laundry in my backpack, I strolled through town – which is very touristy – and ended up in a small outdoor store.
I picked up a new gas cartridge for my stove. There was also a hiker box, from which I fished out one or two useful items.
I decided not to walk back and took the free shuttle through town instead. Technically, it could have taken me all the way to Bend.
Bend is a bigger city, and I might have found a cheaper hotel there – but I was happy with my choice.
Back in my hotel room, I sorted my freshly washed clothes and packed a few snack bags for the next stretch.
By now it was 5:00 p.m., and I needed more food. Using Google Maps, I found a nearby restaurant and ordered something to-go.
Full and satisfied, I let the day wind down and made myself a cup of tea before going to bed.
Daily Distance: 16.21 km
Total Distance: 1,102.52 km