29.07.2025

Der unglaubliche Sternenhimmel der letzten Nacht schwang noch immer in mir nach und schenkte mir heute Morgen richtig gute Laune. 

Die Zweifel und das Tief von gestern waren erst einmal weg.

Gegen 5:15 Uhr kroch die Sonne langsam über den Horizont, und ich schlüpfte aus dem Zelt.

Es war frisch auf 2100m und ich freute mich auf meinen Kaffee.

Um 6:10 Uhr ging es für mich los – 200 Höhenmeter auf 1,2 km als erste kurze Steigung des Tages.

Die Luft war klar und frisch, und die Aussicht in alle Richtungen einfach traumhaft.

Ich musste einige Schneefelder queren, unter denen sich der Trail versteckt hatte. Fußabdrücke wiesen mir den Weg, und der Schnee war fest genug, um gut darauf zu laufen.

Oben am Park Ridge Point angekommen, wurde ich mit spektakulären Ausblicken auf den Mt. Jefferson belohnt – der Peak, der mich heute begleiten sollte.

Und dann sah ich diesen CampSpot ⬇️ 

Mein Spot war zwar wirklich toll, aber hier oben zu zelten wäre überragend gewesen – gemerkt fürs nächste Mal 😇

Von hier ging es wieder abwärts, und ich hatte tatsächlich für einen Moment Empfang – genug, um die Mega-Aussicht mit ein, zwei lieben Menschen zu Hause zu teilen.

Wasser gab es auf dieser Seite genug. Beim Runtergehen lief reichlich Nass die Abhänge hinunter.

Gegen kurz vor 8:00 Uhr erreichte ich den Whitewater Creek und wenig später die Campspots.

Das Wasser war milchig, und laut FarOut sollte man es besser nicht filtern – nicht weil es gefährlich ist, sondern weil es den Filter verstopfen könnte.

Das milchig-weiße oder trübe Erscheinungsbild des Wassers im Whitewater Creek in Oregon, besonders im Bereich des Mount Jefferson Wilderness, wird in der Regel durch Gletschermilch verursacht. Dabei handelt es sich um feines Gesteinsmehl, das von den Gletschern am Mount Jefferson zerrieben und durch Schmelzwasser in den Bach transportiert wird. Diese Gletschersedimente reflektieren das Licht und verleihen dem Wasser seine charakteristische Farbe.

Quelle Google KI

Am Camp war keiner - alle SOBOs gone.

Ich hielt mich auch nicht weiter auf und steppte weiter bergab.

Ich tauchte erneut in eine Burn Zone ein – vermutlich dieselbe, die ich bereits gestern durchquert hatte. Über 200.000 Acres, die das Lionshead Fire zerstört hat, sind schließlich keine kleine Fläche.

Ich überquerte noch weitere Creeks, darunter Russel Creek und Jeff Creek, um nur zwei zu nennen.

Ich warf einen Blick auf meine Wetter-App, da gestern für heute Gewitter angekündigt waren. Happy über das Ergebnis schritt ich weiter.

Zu meiner Freude gab es unterwegs erneut Blaubeeren und Brombeeren zum Naschen.

Um 9:45 Uhr legte ich am Milk Creek eine kurze Pause ein, um Wasser zu filtern. Es war klar und ließ sich problemlos aufbereiten.

Ab hier ging es bergauf – von 1.300 auf 1.950 m lagen vor mir, die ich noch bewältigen wollten.

Mein nächster geplanter Stopp - Nero - war das Big Lake Youth Camp in der Mt. Washington Wilderness (ja, hier jagt ein Peak den nächsten).

Dort warteten mein nächstes Re-Supply-Paket und ein neues AirPod-Case, das ich via Amazon bestellt hatte.

Die 51,4 km heute zu laufen, wäre jedoch etwas zu viel gewesen 😅

Stattdessen genoss ich die Aussichten, die sich immer wieder durch die Bäume auftaten.

Um 11:30 Uhr machte ich am Coyote Lake meine Mittagspause und setzte mich in die Nähe des Wassers.

Chips und Mangoreis...

Man könnte denken, ich hätte mich an die Mücken gewöhnt – Nope, das wird nie passieren.

Uns so ging es dann nach 30 Minuten weiter 🐾

Der nächste Abschnitt ließ sich recht entspannt laufen. Die Steigung war human, und ich folgte dem Ridge mit toller Aussicht in die Mt. Jefferson Wilderness.

Auch heute musste ich wieder kreativ mit meinem Solarpanel werden – schließlich brauchte ich dringend Strom.

Während der Tag so verging, überlegte ich, wie weit ich heute noch gehen wollte, und schaute auf meiner App nach Spots in der gedachten Reichweite.

25 km hatte ich schon hinter mir.

Ich entschied mich für einen Spot oben auf dem Three Fingered Jack, einem Berg, der seinen Namen wegen seiner markanten Form bekommen hat 🤟🏻

Bis dahin wären es noch ca. 22 km. Aber mit der jetzigen Uhrzeit – 13:00 Uhr – sollte das zu schaffen sein.

Am Horizont konnte man der Drei-Finger-Jack schon erkennen.

Heute traf ich schon mehrere Hiker – NOBOs, Mehrtageswanderer und Dayhiker. Ich fragte mich, wo sie wohl gestartet sind. Ich fühlte mich wie „in the middle of nowhere“ und hätte nie gedacht, dass man hier einen Dayhike unternehmen könnte.

Wenn man Google Maps anschmeißt, sieht man schnell: ein paar Trailheads in der Nähe sind tatsächlich mit dem Auto erreichbar.
Lucky People who lived here.

Gegen 15:00 Uhr kam ich am Rockpile Lake an. Perfekt für eine Pause und ein kleinen Snack.

Hier saß ein junges Pärchen, das sich die Füße im See erfrischte. Sie waren NOBO unterwegs und, wie sie selbst sagten, sehr langsam – gerade mal 10 km am Tag. Ich war gleichzeitig erstaunt und beeindruckt. So langsam könnte ich nicht laufen, da hätte ich das Gefühl, überhaupt nicht voranzukommen.

Ich fragte sie nach Wasserquellen oben auf dem Three Fingered Jack, doch sie konnten sich nicht genau erinnern – ein Zeichen dafür, dass es dort oben wohl keine guten Quellen gab. Er erwähnte Schnee und Schmelzwasser, riet mir aber, lieber genügend Wasser vom Wasco Lake bzw aus dem kleinen Pond, der noch vor dem Aufstieg kam, mitzunehmen.

Ich bedankte mich und genoss meinen Snack : Chips :)

Ich entdeckte ein paar Schmetterlinge, die sich in der Sonne versammelt hatten. Ich fand das total schön, denn sowas hatte ich noch nicht gesehen.

Dass das im Vergleich zu den kommenden Tagen nur ein kleiner Vorgeschmack war, wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Nach einer halben Stunde setzte ich meinen Weg fort. Bis zu meinem geplanten Spot lagen noch 12 km mit 350 Höhenmetern – erst bergab, dann wieder bergauf.

Ich hatte es schon ein wenig geahnt und gesehen – der blaue Himmel zog sich zu.

Und verrückterweise sammelten sich die Wolken über dem Peak beim Three Fingered Jack.

Leider zeigte auch die Wetter-App, dass sich ein Gewitter zusammenbraute – MIST.

Erste Zweifel schlichen sich ein – hoch auf den Berg? Bei Gewitter? Eher keine gute Idee.

Aber zwischen den abgebrannten Baumstämmen fühlte ich mich auch nicht wirklich wohler.

Ich kam zur Junction am Minto Pass, die zum Wasco Lake führte. Ein kleiner Side-Trail war nötig, um hier Wasser zu holen. Laut FarOut wäre hier auch Campen möglich gewesen.

Ich entschied mich weiterzulaufen. Obwohl es schon laut grummelte am Himmel und immer weiter zu zog.

Dann sah ich zwei Hiker, die ihr Zelt neben dem Trail aufgeschlagen hatten – es war ein Schweizer Pärchen, und wir unterhielten uns kurz. Sie wären auch gerne noch weitergelaufen, aber der dunkle Himmel hat sie aufgehalten.

In der Nähe befindet sich auch der kleiner Pond, und es gibt noch ein paar Stellen, an denen ein Zelt Platz findet.

Und dann sah ich noch zwei Hiker, die sich nach einem Platz umsahen. Mein Bauchgefühl signalisierte mir, ich solle es ihnen gleich tun. Also schaute ich mich nach einem Spot um.

Ich entdeckte einen Spot und baute zügig mein Zelt auf. Falls es regnen würde, wollte ich schnell Schutz haben.

Danach kam das zweitwichtigste am Tag - frisches Wasser filtern.

Es regnete immer noch nicht und sah auch nicht danach aus, also nahm ich mir die Zeit, meine Beine und Füße zu waschen. Heute hatte ich ordentlich Dreck angesammelt.

Zurück am Zelt wurde gekocht:

Und dann passt man mal eine Sekunde nicht auf – ZACK, wird einem das Essen geklaut:

Für mich blieb noch mehr als genug übrig, und mein Magen schaffte die Menge nur schwer.

Der kleine Fratz hat nichts abbekommen.

Was soll ich sagen, das Gewitter blieb aus, und der Three Fingered Jack blieb trocken. Ein wenig geärgert hatte ich mich schon, da ich die Zeit gehabt hätte und dem Big Lake Youth Camp ein kleines Stück näher gekommen wäre.

So ging es für mich um 19:00 Uhr ins Zelt, und nachdem ich meine Füße – die tägliche Pflege benötigten – behandelt hatte, schloss ich die Augen.

Die Milchstraße konnte ich nicht klar erkennen, aber Millionen funkelnde Sterne sind sowieso immer einen Blick wert.


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Tageskilometer   43,87 km
Gesamtkilometer 1086,31 km
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English Version:

The incredible starry sky from last night was still lingering in my mind and put me in a really good mood this morning.

The doubts and low mood from yesterday had vanished, at least for the time being.

Around 5:15 a.m., the sun slowly rose over the horizon, and I slipped out of the tent.

It was chilly at 2,100 meters, and I was looking forward to my coffee.


At 6:10 a.m., I set off – 200 meters of elevation over 1.2 km as the first short climb of the day.

The air was crisp and clear, and the views in every direction were simply breathtaking.

I had to cross a few snowfields where the trail was hidden underneath. Footprints guided me, and the snow was firm enough to walk on comfortably.

Reaching Park Ridge Point, I was rewarded with spectacular views of Mount Jefferson – the peak that would accompany me today.

And then I spotted this campsite ⬇️

My spot was great, but camping up here would have been absolutely amazing – note for next time 😇

From there, the trail went downhill again, and for a moment I even had some signal – enough to share the incredible view with a couple of people back home.

There was plenty of water on this side. As I went down, a lot of it flowed down the slopes.


Just before 8:00 a.m., I reached Whitewater Creek and shortly after, the campsites.

The water was milky, and according to FarOut, it was better not to filter it – not because it was unsafe, but because it could clog the filter.

The milky or cloudy appearance of Whitewater Creek in Oregon, especially in the Mount Jefferson Wilderness area, is usually caused by glacial silt. Fine rock particles crushed by the glaciers at Mount Jefferson are carried into the creek by meltwater. These glacial sediments reflect light, giving the water its characteristic color.

(Source: Google AI)

At the campsite, there was no one – all the SOBOs were gone.

I didn’t linger and continued downhill.


I entered another burn zone – probably the same one I passed through yesterday. Over 200,000 acres destroyed by the Lionshead Fire is no small area.

I crossed a few more creeks, including Russel Creek and Jeff Creek, to name just two.

I checked my weather app, since thunderstorms had been forecast for today. Happy with the outcome, I continued.

To my delight, there were blueberries and raspberries along the trail again.

At 9:45 a.m., I took a short break at Milk Creek to filter water. It was clear and filtered easily.

From here, the climb began – from 1,300 to 1,950 meters still lay ahead.


My next planned stop – Nero – was the Big Lake Youth Camp in the Mount Washington Wilderness (yes, peaks seem to chase each other here). My next resupply package was waiting there, along with a new AirPod case I’d ordered via Amazon.

Hitting 51.4 km today, however, would have been way too much 😅

Instead, I enjoyed the views that kept opening up through the trees.

At 11:30 a.m., I had lunch at Coyote Lake and settled near the water. Chips and mango rice…

You might think I’d gotten used to the mosquitoes – nope, that will never happen.

After 30 minutes, I continued 🐾

The next section was easy to walk. The grade was gentle, and I followed the ridge with amazing views into the Mount Jefferson Wilderness.

Even today, I had to get creative with my solar panel – I  needed power.


As the day went on, I considered how far I still wanted to go and checked my app for potential spots within reach. I had already covered 25 km.

I chose a spot on top of Three Fingered Jack, a mountain named for its distinctive shape 🤟🏻

It was about 22 km to get there. But with the current time – 1:00 p.m. – it seemed doable. On the horizon, I could already make out the Three Fingered Jack.


I had already met several hikers today – NOBOs, multi-day hikers, and day hikers. I wondered where they had started. I felt like I was “in the middle of nowhere” and never would have guessed someone could do a day hike here.

But if you pull up Google Maps, you quickly see that a few trailheads nearby are actually accessible by car. Lucky people who live here.


Around 3:00 p.m., I reached Rockpile Lake – perfect for a break and a small snack.

There was a young couple sitting there, dipping their feet in the lake. They were NOBOs and, as they said, very slow – only about 10 km per day. I was both amazed and impressed. 

I couldn’t imagine moving that slowly; I’d feel like I wasn’t getting anywhere.

I asked them about water sources on Three Fingered Jack, but they didn’t remember clearly – a sign that there weren’t any reliable sources up there. He mentioned snow and meltwater but advised me to bring enough from Wasco Lake or the small pond before the climb.

I thanked them and enjoyed my snack – chips :)


I spotted a few butterflies gathered in the sun. I found it beautiful – something I had never seen before. Little did I know at the time that this was just a small preview compared to the coming days.


After half an hour, I resumed hiking. About 12 km and 350 meters of elevation lay between me and my planned spot – first downhill, then back up.

I had a feeling already – the blue sky was starting to cloud over. And, strangely enough, clouds were gathering over the peak of Three Fingered Jack.

Unfortunately, the weather app also showed a thunderstorm brewing – F#ck.

First doubts crept in – up the mountain? During a storm? Probably not a great idea. But between the burned tree trunks, I didn’t feel any safer either.


I reached the junction leading to Wasco Lake. A small side trail was necessary to get water. According to FarOut, camping would also have been possible there.

I decided to keep moving, even though the sky was rumbling and getting darker.

Then I saw two hikers who had set up their tent next to the trail – a Swiss couple. We chatted briefly. They would have liked to continue, but the dark sky had stopped them. Nearby was the small pond, with a few spots suitable for tents.

Then I saw two more hikers looking for a spot. My gut told me to follow their example. So I looked for a place myself.


I found a spot and quickly set up my tent. If it rained, I wanted to have shelter fast. Then came the second most important task of the day – filtering fresh water.

It still hadn’t rained and didn’t look like it would, so I took the time to wash my legs and feet. I had collected a lot of dirt today.


Back at the tent, it was time to cook:

VIDEO

And then, if you’re not paying attention for a second – ZACK, your food gets stolen:

VIDEO

But there was still more than enough for me, and my stomach barely managed the amount. 


What can I say? 

The thunderstorm never came, and Three Fingered Jack stayed dry. I was a little annoyed, as I had the time and could have gotten a bit closer to Big Lake Youth Camp.

So at 7:00 p.m., I went into my tent, treated my feet – which needed daily care – and closed my eyes.

I couldn’t make out the Milky Way clearly, but millions of stars in the sky are always worth a look.


Daily mileage: 43.87 km

Total mileage: 1,086.31 km

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