13.08.2025
Oregon wurde seinem Ruf erneut gerecht – Wasser war auch heute Mangelware auf dem Trail.
Lesson learned - Ich nahm jeden noch so kleinen Umweg in Kauf, um meinen Vorrat aufzufüllen.
Geschlafen hatte ich wirklich schlecht – und ich hatte es geahnt.
Das flüssige Gold, über das ich mich am Tag zuvor noch so gefreut hatte, in meiner Nähe zu wissen, hielt mich lange wach. Das Rauschen war so laut, dass ich jedes Mal, wenn ich nachts aufwachte, nur schwer wieder einschlafen konnte.


Es nützte nichts, der nächste Tag stand schon bereit.
Nach einem schnellen Frühstück um 5:30 Uhr baute ich mein Zelt ab und war um 6:10 Uhr auf dem Trail.
Ich überquerte den Highway 140 - Lake of the Woods Highway - und tauchte in eine Welt aus schwarzen Steinen ein, die mich verzückte.
Ich mag das ja 🖤


Hier begann auch die Section B des PCT, und damit kam ich Kalifornien mit großen Schritten näher.


Ich genoss die Aussicht, die fehlende Steigung des Trails und die frische Luft am Morgen. Noch hatte ich ein paar Stunden, bevor die Hitze zurückkam.


Die Baumzapfen wurden stetig größer – doch ein größeres Problem war mein Essens-Dilemma ⬇️⬇️⬇️
Mir schmeckte fast nichts mehr von dem, was ich mit mir herumtrug. Allein der Gedanke an die Riegel ließ mich innerlich würgen.

Die Blaubeeren kamen genau im richtigen Moment – und ich gönnte mir ein paar als süßen Snack.


Der Trail wurde wieder waldiger, und nach etwa 16 km erreichte ich das South Brown Mountain Shelter.
The South Brown Mountain Shelter is a rustic, foot-accessed day-use shelter in Oregon's Rogue River-Siskiyou National Forest. Located near the Pacific Crest Trail (PCT) and managed for winter recreation, it features a wood stove maintained by the Southern Oregon Nordic Club, providing a popular, free warming spot for hikers, snowshoers, and skiers.
Quelle: https://vanmarmot.org
An der Junction bog ich nach rechts ab, denn hier sollte es Wasser geben – keine Wasserquelle ließ ich mehr aus.


Ich traf hier auf eine Handvoll Hiker, die ebenfalls pausierten und Wasser auffüllten. Es gab eine Pumpe mit dem Hinweis, das Wasser zu filtern – der Zustand der Rohre sei nicht mehr der beste.

Alleine war das Teil kaum zu bedienen, und so half mir ein anderer Hiker, als ich mich damit abmühte.
Glücklich nahm ich seine Hilfe an.
Als ich anschließend meinen eigenen, mittlerweile unbrauchbaren Filter nutzte – es kam einfach kein Durchfluss mehr zustande – schenkte er mir kurzerhand seinen 😃
Er war NOBO unterwegs und würde in Fish Lake, wo ich am Morgen gestartet war, seine Tour beenden. Er brauche seinen Filter nicht mehr und sah, dass ich ihn offensichtlich dringender benötigte.
Ich war unglaublich dankbar für diese Geste – es war wirklich ein Geschenk.

Zurück auf dem Trail im Wald ging es weiter Richtung Süden. Auf den nächsten Kilometern änderte sich landschaftlich wenig, und so wechselten sich Wald und Straßen bzw. Forest Roads ab.




Der Trail stieg leicht an, und zwischendurch öffneten sich immer wieder ein paar Ausblicke jenseits der Bäume.


Nach etwa 13 km traf ich erneut auf eine Gruppe Hiker – fast ausschließlich Northbounder, die es sich im Schatten der Bäume gemütlich gemacht hatten. Der eigentliche Grund war jedoch die nahegelegene Pipeline als Wasserquelle.
Auch ich machte dort Halt und füllte frisches Wasser auf. Heute wollte ich keinen Durst mehr erleiden.


Ich gesellte mich kurz dazu und aß einen Protein Cookie. Richtig Anschluss fand ich allerdings nicht – war aber auch nicht mein Ziel. Nach 10 Minuten trennten sich unsere Wege ohnehin wieder ...

Es war mittlerweile 13:00 Uhr und ich zog weiter durch die Wälder in Oregon. Die Bäume spendeten glücklicherweise Schatten, denn auch wenn es nicht ganz so warm war wie die Tage zuvor, war es in der direkten Sonne trotzdem heiß.

Die Zapfen wurden immer größer.



Die nächste Möglichkeit, Wasser aufzunehmen, war nach ca. 10 km am Grizzly Creek. Davor kam aus meiner Richtung der Aqueduct Creek, der laut FarOut jedoch als toxisch gilt – vermutlich durch Chemikalien verunreinigt.
Als ich den ersten Fluss querte, war sofort klar, dass man hier besser nicht trinken sollte – ein schwefeliger Geruch lag in der Luft.

Am Grizzly Creek saßen wieder einige Hiker und filterten Wasser – wo kamen die alle plötzlich her?!
Auch wenn das Wasser hier gut wirkte, riet mir eine Hikerin, weiter zum Klum Landing Campground zu gehen. Der lag direkt am Weg und dort gab es Trinkwasser aus dem Hahn.

Da ich noch genug Wasser von der letzten Quelle hatte, nahm ich den Rat an und zog weiter.

Nach längerer Zeit gab es mal wieder ein paar umgefallene Bäume, die den Weg blockierten – kein Vergleich zur Section K in Washington.

Um zum Camp zu gelangen, zeigte mir meine Gaia-App (Map), dass ich auf eine Dirt Road abbiegen musste. Direkt am Trail gab es keinerlei Ausschilderung.
Ich folgte der Navigation und erreichte um 14:40 Uhr den Klum Landing Campground – ein offizieller Platz, der auch mit dem Auto erreichbar ist. Es waren allerdings fast alle Spots frei und es war unglaublich ruhig und idyllisch.
Für PCT Hikers gab es eine Info - aber für mich war es zum Bleiben noch zu früh.


Ich füllte meine Flaschen erneut auf, nutzte die Restrooms und machte mich wieder auf den Weg zurück zum PCT.
Ich sparte mir den Weg zurück zu der Stelle, an der ich abgegangen war, und folgte stattdessen der asphaltierten Straße zum nächsten Einstieg des PCTs.

Auf Asphalt zu laufen fühlte sich ziemlich ungewohnt an, ersparte mir aber immerhin die Kletterei über umgestürzte Bäume.
Ich hätte sogar komplett auf der Straße bis zum Hyatt Resort gehen können, entschied mich aber dagegen – meiner Füße zuliebe.

Es folgte noch eine letzte Steigung am heutigen Tag – und das in sengender Hitze, zumindest gefühlt. Hier gab es kaum Schatten, und in der kleinen Burn Zone, die ich durchquerte, lag noch der verbrannte Geruch in der Luft.



Solche kleinen Wesen schienen sich bei diesen Temperaturen offensichtlich wohlzufühlen.

Ich kämpfte mich weiter den Anstieg hoch und hatte beim Abstieg schließlich Blick auf das Hyatt Reservoir – einen künstlich angelegten See mit angeschlossenem Campground.
Dort wollte ich die Nacht verbringen. Laut FarOut gibt es dort sogar Duschen.

Um 17:30 Uhr erreichte ich die Junction zum Resort und bog ab.


Jetzt musste ich nur noch den Bereich für die PCT-Hiker finden – die Dusche sowie das „Resort“, wo es Essen und einen kleinen Shop geben sollte.

Mittels Wegweisern wurde ich zum Camp der PCTler geführt und stellte auch gleich mein Zelt auf.


Dann war ich allerdings irritiert. Laut Gaia Maps war ich noch gute 2,5 km vom Hyatt Resort entfernt – und die Map lag sicher nicht falsch.
Irgendwann wurde mir klar: Wenn ich etwas anderes essen wollte als meinen „Fraß“ aus dem Bärenkanister, musste ich noch einige Kilometer drauflegen – und das nach einem 50-km-Tag.
Not amused nahm ich meinen kleinen Tagesrucksack und machte mich auf den Weg. Ein wenig Sorge hatte ich, dass ich nicht mehr innerhalb der Öffnungszeiten ankommen würde. Prüfen konnte ich das nicht – hier gab es kein Netz.

Natürlich riskierte ich es und kam auch rechtzeitig an - nach 20 min Fußmarsch.


Drinnen gab es einen kleinen Shop mit Re-Supply-Optionen für Hiker – aber auch für die „normalen“ Camper.
Der Hauptteil war ein Restaurant, in dem ich direkt nach der Bestellung an der Kasse an einem Tisch Platz nahm.
Keine 10 Minuten später stand mein Essen auf dem Tisch.
Carbs, Salz, Salat – genau das, was mein Körper brauchte.

Im Gebäude gab es WLAN und ich konnte meine Powerbanks laden.
Zum Nachtisch gönnte ich mir noch ein Mango Sorbet.

Nach 40 Minuten war ich satt und glücklich und machte mich auf den laaaaaaangen Rückweg zum Campground. Duschen stand noch an – und ko war ich ohnehin.
Es wurde auch schon langsam dunkel.

Zurück am Restroom-Haus schaute ich hinein und konnte keine Duschräume entdecken. Etwas enttäuscht ging ich zu meinem Zelt und holte nur meine Sachen für eine Katzenwäsche am Waschbecken.

Und dann entdeckte ich in der letzten Kabine doch noch eine Dusche.

Es wurde eine ausgiebige Katzenwäsche, und ich konnte mir Beine und Füße richtig abduschen.
Danach hängte ich meine Powerbank im Restroom-Haus an die Steckdose – in der Hoffnung, dass sie niemand mitnimmt und sie endlich wieder voll geladen wird.

Im Dunkeln tapste ich zurück zu meinem Zelt und verschwand direkt darin.
Es standen noch zwei weitere Zelte hier - eines davon gehörte einem Pärchen, das ich im Restaurant kennengelernt hatte.
Auch sie waren SOBOs, und in den nächsten Tagen sollten sich unsere Wege noch öfter kreuzen.

---------------------------------
Tageskilometer 50,78 km
Gesamtkilometer 1508,76 km
---------------------------------
Englisch Version:
Oregon lived up to its reputation once again – water was scarce on the trail today.
Lesson learned: I took every possible detour, no matter how small, to refill my water supply.
I didn’t sleep well at all – and I had kind of expected it.
The “liquid gold” I had been so happy to have close by the day before kept me awake for a long time. The sound of the water was so loud that every time I woke up during the night, it was hard to fall back asleep.
But it didn’t matter – the next day was already waiting.
After a quick breakfast at 5:30 a.m., I packed up my tent and was back on the trail by 6:10 a.m.
I crossed Highway 140 (Lake of the Woods Highway) and stepped into a world of black volcanic rock that completely fascinated me.
I really love this 🖤
This was also the beginning of Section B of the PCT – and with that, California was getting closer with every step.
I enjoyed the quiet morning, the still-cool temperatures, and the fresh air. I still had a few hours before the heat would return.
The pine cones kept getting bigger – but my bigger issue was something else: my food dilemma.
I could barely stomach anything I was carrying anymore. Even the thought of energy bars made me slightly nauseous.
The blueberries came at the perfect time – and I enjoyed them as a sweet trail snack.
The trail became more forested again, and after about 16 km I reached the South Brown Mountain Shelter.
A rustic, foot-accessed shelter in Oregon’s Rogue River–Siskiyou National Forest near the PCT, maintained as a winter warming hut with a wood stove.
At the junction, I turned right – there was supposed to be water here, and I didn’t skip any opportunity anymore.
I met a few hikers who were also refilling water. There was a hand pump with a warning to filter the water – the pipes were reportedly in poor condition.
The pump was nearly impossible to operate alone, so another hiker helped me out right away.
I gratefully accepted his help.
When my own filter completely failed and no water would pass through anymore, he simply gave me his 😃
He was NOBO, finishing his hike in Fish Lake – exactly where I had started that morning. He no longer needed the filter, but saw that I clearly did.
I was incredibly grateful – it really felt like a gift from the trail.
Back in the forest, I continued south. The landscape didn’t change much at first – forest alternating with forest roads.
The trail gained a little elevation, and every now and then, views opened up between the trees.
After about 13 km, I met another group of hikers. Almost all of them were NOBOs resting in the shade. The main reason, however, was a nearby pipeline used as a water source.
I stopped as well and refilled my water. I didn’t want to risk running dry again today.
After about 10 minutes, I moved on alone – finding company here wasn’t really my goal.
By 1:00 p.m., I was still hiking through the forests of Oregon.
The trees thankfully provided shade, because even though it wasn’t as hot as the days before, the sun still felt intense in the open sections.
The next water source was at Grizzly Creek, about 10 km ahead.
Before that, I passed Aqueduct Creek, which was marked as toxic on FarOut – likely due to chemical contamination.
Even as I crossed it, I could immediately tell I didn’t want to drink it. A sulfur-like smell hung in the air.
At Grizzly Creek, more hikers were filtering water – where were they all coming from all of a sudden?
Even though the water looked fine, one hiker recommended I continue to Klum Landing Campground, where there was clean tap water.
Since I still had enough water, I took the advice and kept going.
After a while, I reached another section of fallen trees blocking the trail – nothing compared to Section K in Washington.
To reach the campground, my app showed a turn onto a dirt road. No signage at all.
I followed the navigation and arrived at Klum Landing Campground at 2:40 p.m. – a quiet, scenic, and mostly empty site.
There was a notice for PCT hikers, but for me it was still too early to stop.
I refilled my bottles again, used the restrooms, and headed back to the trail – this time taking the paved road to avoid backtracking.
Walking on asphalt felt unusual, but it saved me from climbing over fallen trees.
I could have stayed on the road all the way to Hyatt Resort, but I chose not to – for the sake of my feet.
A final climb of the day followed – in what felt like blazing heat and almost no shade.
A small burn zone lay ahead, and the smell of fire still lingered in the air.
Eventually, the view opened up to Hyatt Reservoir – an artificial lake with a campground nearby.
This was where I planned to spend the night. According to FarOut, there were even showers.
At 5:30 p.m., I reached the junction to the resort and turned off the trail.
I found the PCT hiker campground and set up my tent.
But something confused me: according to Gaia Maps, I was still about 2.5 km away from the actual resort.
If I wanted anything other than my “trail food” from my bear canister, I had to walk again – after a 50 km day.
Not amused, I grabbed my small daypack and headed out.
There was no cell signal, so I had no way of checking opening hours.
Of course, I took the risk – and made it just in time after a 20-minute walk.
Inside, there was a small shop and a restaurant.
I ordered immediately and sat down. Less than 10 minutes later, my food arrived:
Carbs, salt, salad – exactly what my body needed.
There was Wi-Fi in the building, so I charged my power banks while I ate.
For dessert, I treated myself to a mango sorbet.
After about 40 minutes, I was full, happy, and started the long walk back to camp. It was already getting dark.
Back at the restroom building, I checked for showers but couldn’t find any. Slightly disappointed, I returned to my tent and prepared for a sponge bath.
And then I discovered a shower in the very last stall.
It turned into a proper wash. I finally cleaned my legs and feet properly.
Afterwards, I plugged my power bank into an outlet in the restroom building – hoping it would still be there later and fully charged.
In the dark, I made my way back to my tent and crawled inside.
Two other tents were already set up – one belonging to a couple I had met at the restaurant.
They were SOBO hikers too, and over the next days, our paths would cross again.
---------------------------------------
Daily distance: 50.78 km
Total distance: 1508.76 km