19.08.2025

In einem Bett aufzuwachen ist einfach etwas anderes … trotzdem schlafe ich darin, wie so oft in letzter Zeit, nicht besonders gut.

Ich war viel wach, habe immer wieder aufs Handy geschaut und keine richtige Ruhe gefunden.

Auch wenn Katy mich für eine weitere Nacht eingeladen hatte, um „Kraft zu tanken“, wollte ich wieder zurück auf den Trail.

Außerdem hatte ich dem verrückten Roy versprochen, dass er mich wieder zum Trailhead fährt.

Ich war pünktlich angekommen, als eine Mitarbeiterin aus dem Café direkt auf mich zukam. Sie fragte, ob ich „Green“ sei (mein Trailname). Ich nickte, und sie erklärte mir, dass Roy sich etwas verspäten würde.

Die Wartezeit nutzte ich für einen Kaffee.

Schneller als gedacht kam er um die Ecke geschossen, und ich stieg mit einer gewissen Ehrfurcht in sein Auto – in der Hoffnung, dass das Universum mich sicher zum Trailhead bringen würde 😅

Und so war es dann auch. Ich war ehrlich gesagt ein wenig erleichtert, wieder auszusteigen. Er war ein netter Kerl, aber sein unaufhörliches Reden und seine Fahrweise waren etwas gewöhnungsbedürftig. 

Ich gab ihm die "geforderten" 20 $ und verabschiedete mich.

Um 9:20 Uhr stand ich wieder auf dem PCT.

Vor mir liefen zwei weitere Hiker – offensichtlich SOBOs. 

Nach etwa 10 Minuten holte ich eine von ihnen ein.

Und dann die Überraschung: Es war Lian ‼️

Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet – sie offenbar genauso wenig – und wir freuten uns beide riesig wie kleine Kinder.

Danach waren wir beide am nächsten Tag weitergezogen, wobei ich etwas schneller unterwegs gewesen war.

Ich kannte sie vom Snoqualmie Pass, wo wir zusammen gegessen und gequatscht hatten. 

Sie war überrascht, mich hinter sich zu sehen, und ich erzählte ihr, warum ich in Oakridge länger geblieben war.

Sie war mit Seth unterwegs, der immer recht schnell startete. Sie hatte ihn auf dem Trail kennengelernt, und die beiden waren sich nähergekommen 💕

Sie zeigte mir, wo sie heute ihr Camp aufschlagen wollten, und sagte, sie würde sich freuen, wenn ich dazustoßen würde.

Es sollten ihre letzten Tage auf dem PCT sein – in Mt. Shasta würde sie aussteigen. 

Ich war kurz traurig, erinnerte mich aber daran, dass sie nur zwei Monate eingeplant hatte und nicht mehr Urlaub bekommen hatte. 

Sie lebt an der Westküste der USA, der PCT war für sie also nie weit weg.

Wir unterhielten uns noch eine Weile, bevor ich mein Tempo wieder erhöhte. 

Ich speicherte den Spot in meiner App und freute mich auf das Wiedersehen am Abend.

Sieht nach einem "entspannten" Tag aus 😅

Das täuschte allerdings – auch wenn die Höhenunterschiede hier nicht so extrem waren wie in Washington.

Die Landschaft blieb der von gestern treu, und ich ließ die weiten Ausblicke auf mich wirken.

Nach 8 km, und ca. 2Std, erreichte ich die Abzweigung zu den Payne Lakes

Laut FarOut gibt es dort einen schönen Campspot für Hiker, und er hatte gestern auch noch auf meiner möglichen Etappenplanung gestanden.

Ich war sehr froh, dass ich mich dagegen entschieden hatte – erstens hätte ich Lian nicht getroffen und zweitens wäre ich hier um 19:30 Uhr wahrscheinlich völlig erschöpft und fluchend angekommen - dann wäre "Pain Lake" vermutlich Programm in meinem Körper gewesen

Für mich ging es weiter – bewaffnet mit „Nuts to Go“ und dem Eintritt in die Russian Wilderness.

Tatsächlich war dieser Teil des PCTsEtna Summit nach Carter Meadow Summit– bis vor ein paar Tagen noch gesperrt.

Hier hatte das Big Cliff Fire gewütet. Auf FarOut, pcta.org und in den entsprechenden Facebook-Gruppen konnte man das Geschehen verfolgen.

Ich war mehr als happy, als die Sperrung endlich aufgehoben wurde. Der Aufwand, die Strecke zu umgehen, schien laut anderen PCTlern ziemlich hoch gewesen zu sein.

Für mich ging es einfach weiter – im wahrsten Sinne des Wortes.

Der Trail lief sich heute wirklich smooth. Vielleicht lag es an der spontan eingelegte Pause in Etna oder das ich Lian wiedergetroffen hatte.

Ich genoss einfach meine positive Stimmung und das Wasser was hier zu genüge floss.

Und dann bemerkte ich plötzlich links von mir eine kleine Rauchsäule.

Ich muss gestehen, dass mir bei dem Anblick etwas mulmig wurde und mir direkt einige Fragen durch den Kopf schossen.

Und ausgerechnet hier traf ich auf Seth, der sein Lunch völlig entspannt direkt gegenüber der Rauchsäule aß.

Seth erklärte mir, als erfahrener Firefighter, dass ich mir keine Sorgen machen musste. 

Das (ehemalige) Feuer sei unter Kontrolle, und man wisse auch, dass es weiterhin rauche. Das Gebiet sei jedoch zu gefährlich, um es zu betreten, deshalb lasse man es kontrolliert ausglimmen.

Wir unterhielten uns noch kurz über andere Themen, bevor ich wieder aufbrach. Wir würden uns vermutlich später am Abend wiedersehen.

Zunächst musste ich jedoch über einen umgestürzten Baum steigen, der mir den Weg versperrte.

Es blieb einfach schön und da es gerade ein Stück bergab ging, konnte ich die Aussicht umso mehr aufsaugen.

Ich hatte noch etwas mehr als 17 km vor mir, doch es fühlte sich überhaupt nicht so an. Ich war so in die Landschaft vertieft, dass ich nicht einmal bemerkte, dass ich falsch abgebogen war.

Wer soll sich auch bei diesem Schilder-Wirrwarr noch zurechtfinden.

Wieder auf dem richtigen Weg wurde es kurz etwas waldiger – eine wohltuende Abwechslung für die reizüberfluteten Augen.

Wie gesagt - kurz 

Ich snackte weiter während ich ging - das hatte ich mir in den letzten Tagen sehr angewöhnt. Gerade beim bergab laufen, was das kein Problem.

Um 17:00 Uhr erreichte ich den Carter Meadows Summit Parkplatz. Dort stand bzw lag auch das Schild mit dem Hinweis, dass der Trail gesperrt gewesen war. 

Komisch – an ein entsprechendes Schild am Etna Summit Trailhead konnte ich mich nicht erinnern. Offensichtlich hatte man hier eher die NOBOs im Blick 😌

Ich kreuzte die Straße, suchte auf der anderen Seite den Zugang zum Trail und verschwand ohne gesehen zu werden in der Trinity Alps Wilderness - war auch kein anderen Mensch anwesend auf dem Parkplatz.

Von hier ging es zunächst ein kurzes Stück bergab bis zum South Fork Scott River, bevor ein Anstieg von 350 hm auf 4,5 km wartete – zum geplanten Campspot.

Das machte richtig Laune am Ende des Tages. 

Ach ja: Es war ein Dry Spot, also musste ich 3 km vor dem Camp noch die letzte Wasserquelle nutzen.

Ich war schnell am River und der Anstieg begann - mit über Bäume klettern.

Bevor ich mich versah, stand ich bereits vor der letzten Quelle. Über untrainierte Beine konnte ich mich wirklich nicht beschweren.

Ich füllte drei Liter auf und machte mich auf den letzten Kilometer.

Die Landschaft blieb durchgehend traumhaft schön, und ich freute mich drauf, mein Zelt in dieser Gegend aufzuschlagen.

Bevor ich am heutigen Camp ankommen sollte, ließ ich mich erneut – geblendet von der Schönheit der Natur – an der Saloon Creek Junction falsch leiten und bog falsch ab. Zum Glück bemerkte ich es schnell und drehte wieder um.

Von hier waren es nur noch wenige Meter, und um 18:30 Uhr erreichte ich den Spot.

Ich hätte zwar noch genug Kraft in den Beinen gehabt, um weiter zu gehen, aber alleine campen wollte ich heute nicht – und außerdem war ja Lian meine heutige Gesellschaft.

Der Platz lag direkt an der Rim-Kante und bot eine wirklich tolle Aussicht. Trotzdem wählte ich den etwas zurückliegenden Spot und baute nach einer Weile mein Zelt auf. 

Die beiden würden sicher bald eintreffen.

Ich aß bereits, als Lian ankam – auch sie hatte Seth eingeholt.

Sie erzählte, dass es immer so war: Er starte schnell und ziehe den Vormittag durch, werde aber nach dem Lunch deutlich gemütlicher. Dann beginne er richtig zu genießen. Meistens holte sie ihn dann wieder ein und war oft Erste am vereinbarten Spot.

Ich baute mein Zelt auf, und während Seth eintraf, saßen Lian und ich bereits zusammen und quatschten seit einer ganzen Weile.

Seth und Lian entschieden sich heute fürs Cowboy-Campen – etwas, das auch auf meiner Liste stand und ich noch nicht ausprobiert hatte. Da mein Zelt bereits stand, verschob ich das Vorhaben. 

Der Spot wäre dafür allerdings perfekt gewesen: hoch, trocken und frei von Fliegeviechern.

Die Sonne war längst untergegangen, als ich um 20:45 Uhr in mein Zelt schlüpfte.

Es war schön, heute Nacht nicht alleine auf dem Camp zu sein. Und als perfekter Abschluss schenkte mir der Himmel noch einen wundervollen Sternenhimmel.


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Tageskilometer 37,26 km
Gesamtkilometer 1770,53km
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Englisch Version:

Waking up in a bed just felt different … and yet, like so many times lately, I hadn’t slept particularly well in it.

I kept waking up, checking my phone over and over again, never really finding any peace.

Even though Katy had invited me to stay another night to “recharge,” I wanted to get back to the trail.

And besides that, I had promised crazy Roy that he could drive me back to the trailhead.

I arrived right on time when one of the café employees immediately walked up to me. She asked if I was “Green” (my trail name). I nodded, and she explained that Roy would be running a little late.

I used the waiting time to grab a coffee.

Faster than expected, he came flying around the corner, and I climbed into his car with a certain amount of respect — hoping the universe would safely deliver me back to the trailhead 😅

And thankfully, it did. 

Honestly, I was a little relieved when I got back out again. He was a nice guy, but his nonstop talking and driving style definitely took some getting used to.

I handed him the “requested” 20 dollars and said goodbye.

At 9:20 AM, I was back on the PCT.

Two more hikers were walking ahead of me — obviously SOBOs.

About ten minutes later, I caught up to one of them.

And then came the surprise: it was Lian ‼️

I truly hadn’t expected that — and apparently neither had she — and we were both ridiculously excited, like little kids.

I knew her from Snoqualmie Pass, where we had eaten together and spent time talking.

The next day we had both continued south, although I had been hiking a bit faster than her.

She was surprised to suddenly see me behind her, and I explained why I had stayed longer in Oakridge.

She was hiking with Seth, who always started the day pretty fast. She had met him on trail, and the two of them had grown close 💕

She showed me where they planned to camp that night and said she’d be happy if I joined them.

These would be her final days on the PCT — she planned to get off trail at Mt. Shasta.

For a moment that made me a little sad, but then I remembered she had only planned for two months and hadn’t been able to get more time off work.

She lived on the West Coast anyway, so the PCT would never really be far away from her.

We talked for a while longer before I picked my pace back up.

I saved the camp spot in my app and was already looking forward to seeing them again that evening.

Looks like a “relaxed” day 😅

Well… that was deceptive — even if the elevation changes here weren’t nearly as brutal as in Washington.

The landscape stayed true to yesterday’s scenery, and I soaked in the wide-open views.

After about 8 km and roughly two hours, I reached the junction to Payne Lakes.

According to FarOut, there’s a great hiker campsite there, and yesterday it had also been one of my possible stopping points.

I was really glad I hadn’t chosen it — first, I wouldn’t have met Lian, and second, I probably would’ve collapsed there around 7:30 PM, half dead and cursing. “Pain Lake” would have become very literal for my body 😅

I kept moving forward — armed with “Nuts to Go” and entering the Russian Wilderness.

This section of the PCT — from Etna Summit to Carter Meadow Summit — had actually still been closed just a few days earlier.

The Big Cliff Fire had burned through here, and you could follow the situation on FarOut, pcta.org, and in the various Facebook groups.I was more than happy when the closure was finally lifted. According to other PCT hikers, getting around it had been a huge hassle.

For me, the trail simply continued — literally.

The trail felt incredibly smooth today.

Maybe it was the spontaneous break in Etna, or maybe it was because I had run into Lian again.

Whatever the reason, I was simply enjoying my good mood and the abundance of water flowing through this area.

And then, suddenly, I noticed a small column of smoke rising to my left.

I have to admit, the sight made me uneasy, and all kinds of questions immediately started running through my mind.

And of all places, this was where I ran into Seth — calmly eating his lunch directly across from the smoke plume.

As an experienced firefighter, Seth explained that I didn’t need to worry.

The (former) fire was under control, and they knew it was still smoking. The area was simply too dangerous to enter, so they were letting it burn itself out naturally.

We chatted a little longer about other things before I continued on. We’d probably see each other again later that evening.

First, though, I had to climb over a fallen tree blocking the trail.

The scenery stayed beautiful, and since the trail was descending for a bit, I could enjoy the views even more.

I still had a little more than 17 km ahead of me, but it honestly didn’t feel like it.

I was so absorbed by the landscape that I didn’t even notice I had taken a wrong turn.

But honestly — who could make sense of this sign chaos anyway?

Once I found the correct trail again, the landscape briefly became more forested — a welcome break for my overstimulated eyes.

Briefly 😅

I kept snacking while hiking — something I had gotten very used to over the last few days. Especially while hiking downhill, it worked perfectly.

At 5:00 PM, I reached the Carter Meadows Summit parking area.

There was also the sign stating the trail closure. Funny enough, I couldn’t remember seeing a similar sign at the Etna Summit trailhead. Apparently, they had mainly been thinking about the NOBOs 😌

I crossed the road, searched for the trail entrance on the other side, and disappeared unnoticed into the Trinity Alps Wilderness.

There wasn’t another soul at the parking lot anyway.

From there, the trail first dropped down toward the South Fork Scott River before climbing another 350 meters over 4.5 km toward the planned campsite.

Exactly the kind of thing you want at the end of the day 😅

Oh — and it was a dry camp, which meant I had to use the final water source about 3 km before camp.

I reached the river quickly, and then the climb began — including scrambling over fallen trees.

Before I knew it, I was already standing at the final water source.

I definitely couldn’t complain about untrained legs anymore.

I filled up three liters and headed off for the final kilometer.

The scenery remained absolutely stunning, and I was already looking forward to pitching my tent in this area.

Before reaching camp, though, I got distracted once again by the beauty of the landscape and accidentally took the wrong turn at Saloon Creek Junction.

Luckily, I realized it quickly and turned around.

From there, it was only a few more meters, and at 6:30 PM I finally reached the campsite.

I definitely still had enough energy left to continue hiking, but I didn’t want to camp alone tonight — and besides, Lian was going to be my company for the evening.

The campsite sat right along the rim edge and offered incredible views.

Even so, I chose the slightly more sheltered spot farther back and eventually pitched my tent there.

The two of them would surely arrive soon.I was already eating dinner when Lian showed up — she had caught back up to Seth as well.

She explained that it was always like that: Seth would start fast and basically power through the morning, but after lunch he’d slow down and become much more relaxed. That’s when he really started enjoying the day.

Most of the time she would catch back up to him and often arrive first at their planned campsite.

While Seth eventually arrived, Lian and I had already spent what felt like half the evening talking.

Seth and Lian decided to cowboy camp that night — something that had also been on my list but that I still hadn’t tried yet.

Since my tent was already set up, I postponed the idea.

Though honestly, this would have been the perfect place for it: high up, dry, and completely free of bugs.

The sun had long disappeared when I crawled into my tent at 8:45 PM.

It felt really nice not to be alone at camp that night.

And as the perfect ending to the day, the sky gifted me an absolutely incredible display of stars.


Daily mileage: 37.26 km

Total mileage: 1770.53 km


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